Ein glänzender Endspurt mit 9:1 Toren hatte dafür gesorgt, dass HaSpo Bayreuth das erste Saisonspiel in der Handball-Regionalliga Bayern der Männer gegen den HBC Nürnberg klar mit 33:20 gewonnen hat. Eine Woche später war nun genau umgekehrt eine Schlussphase mit vielen Fehlern dafür verantwortlich, dass der im Grunde ebenso ungefährdete Sieg gegen den Aufsteiger TSV Ottobeuren nicht höher ausfiel als mit 31:28 (17:13).
Mit der nominell stärksten Besetzung seit Jahren, in der sogar der lange verletzte Kapitän Fabio Nicola fast wie gewohnt mitwirkte, waren die Bayreuther zwar schon vorher keineswegs fehlerfrei, hatten aber trotzdem alles im Griff. Nachdem sie die anfänglichen Abwehrmängel bei der Abstimmung und im Zweikampfverhalten überwunden hatten und durch fünf Tore in Folge mit 10:6 (15.) führten, wuchs ihr Vorsprung langsam aber stetig über 16:10 (25.) und 22:15 (37.) bis auf 27:19 (48.). Daran konnte nicht einmal die überaus klägliche Siebenmeterquote etwas ändern: Von sechs Strafwürfen wurde nur ein einziger verwandelt.
Beim 29:21-Zwischenstand durch das einzige Siebenmetertor konnten schon kaum noch Zweifel am HaSpo-Sieg bestehen, doch die verbleiben elf Minuten gingen dann mit 2:7 verloren. Viele Missverständnisse und Ungenauigkeiten schraubten die Zahl der Ballverluste durch technische Fehler und Fehlwürfe auf indiskutable 33. „Das hat für einen schlechten letzten Eindruck gesorgt, was schade war und mich auch geärgert hat“, sagte HaSpo-Trainer Mathias Bracher. Der komplette Kader, in dem nur noch der wohl bis Ende des Jahres fehlende Tim Lorenz auf der Verletztenliste steht, habe sich dabei vielleicht sogar in gewisser Hinsicht als problematisch erwiesen: „Für mich war das ja in der langen Zeit bei HaSpo etwas ganz Neues, und auch für die Spieler war es ungewohnt. Für einige haben sich die Rollen verändert. Die Einsatzzeiten werden kürzer, und da sieht sich dann jeder unter Druck, es besonders gut zu machen.“
Um an diesen Feinabstimmungen zu arbeiten, kommt dem Coach das spielfreie kommende Wochenende entgegen, das durch die Verlegung der Partie bei HT München auf den 31. Oktober verursacht worden ist: „In den zwei Wochen bis zum nächsten Heimspiel gegen den SV Anzing werden wir an unserer Balance arbeiten. Dann sollten alle Rädchen laufen, denn anschließend folgen die Begegnungen mit den Spitzenmannschaften.“
Viel versprechend war immerhin schon der Eindruck der drei Neuzugänge, die zusammen elf Tore erzielten. Dabei ragte der beim Saisonstart noch angeschlagene Timon Hübner heraus, der neben seinen sechs Treffern auch noch viele spielerische Akzente setzte und mit Zweikampfstärke einige Strafen für die Gäste erzwang. „Man sieht ihm die Qualität an, die er in den letzten Jahren durch die Ausbildung mit dem vielen Training beim HC Erlangen erworben hat“, sagt Bracher. Bei der Bewertung der Gesamtleistung des Teams dürfe man aber auch den Respekt vor dem Gegner nicht vergessen: „Der TSV Ottobeuren ist schon ein richtig starker Aufsteiger. Das ist eine robuste Mannschaft, die einen schnellen Ball spielt und dank ihres Trainers Gerd Römer ein gutes Konzept hat.“
HaSpo Bayreuth: Hennig, Braun – Nicola, Fröhlich (1), Böker, Ruoff (4), Brückner (5), Berthold (3), Rodenkirchen, Maeser (3), Renfordt (1/1), Wopperer, Goeritz (2), Eßlinger (2), Hübner (6), Schmidt (4).