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25.09.2026 | Vorbericht: Männer I

HaSpo Bayreuth will Heimfestung errichten

HaSpo Bayreuth will Heimfestung errichten

Nach dem klaren Auftaktsieg gegen den HBC Nürnberg (33:20) geht HaSpo Bayreuth auch ins zweite Heimspiel zum Start in die neue Saison der Männer-Regionalliga Bayern als Favorit. Zweiter Gast im Schulzentrum Ost ist am Samstag um 19.30 Uhr der TSV Ottobeuren, der als Meister der Oberliga Süd den Aufstieg in die höchste bayerische Spielklasse geschafft hat.

Besonderen Reiz hat diese Partie für Philip Eßlinger. Der 23-jährige HaSpo-Neuzugang gehörte beim TSV Ottobeuren als langjähriger Leistungsträger aus dem eigenen Nachwuchs zu den Publikumslieblingen. In der vergangenen Spielzeit leistete er mit 41 Toren und vor allem seinen Qualitäten als Spielmacher einen wesentlichen Beitrag zum Aufstieg, obwohl er da schon in Bayreuth studierte und auch mittrainierte. Für sein Master-Studium hat er sich nun zum vollständigen Wechsel entschieden, auch wenn ihm der Abschied aus Ottobeuren nicht leicht gefallen ist. „Als ich vor dem Spiel offiziell verabschiedet wurde, war das wirklich sehr emotional für mich“, sagte Eßlinger nach dem entscheidenden Spiel zum Titelgewinn vor 800 Zuschauern. „Ich musste die Tränen unterdrücken.“

Im HaSpo-Lager will man den starken Einstand in die Saison noch nicht überbewerten. Zwar hinterließ die Mannschaft gegen den HBC Nürnberg direkt einen starken Eindruck, dennoch sieht Co-Trainer Steffen Berghammer in mehreren Bereichen noch Luft nach oben.
„Ein Auftaktsieg ist immer sehr wichtig, allein fürs Selbstvertrauen und um zu sehen, wo man steht“, sagt Berghammer. Das gute Gefühl aus der Vorbereitung habe sich bestätigt. Besonders angetan war er vom hohen Tempo, das die Mannschaft über die gesamte Spielzeit gehen konnte. „Ich glaube, dass wir konditionell sehr weit oben in der Liga sind.“
Dazu kam eine herausragende Leistung von Torhüter Robin Hennig, der gegen Nürnberg mit 18 Paraden glänzte und maßgeblichen Anteil am gelungenen Start hatte. Dennoch verlief längst nicht alles nach Wunsch. Vor allem in der Abstimmung der Defensive und im Positionsangriff erkennt Berghammer noch Verbesserungspotenzial.
„Das gemeinsame Verteidigen hat noch nicht immer so funktioniert, wie wir uns das vorstellen. Im Positionsangriff kam einiges noch über die individuelle Klasse einzelner Spieler.“ Das sei zwar grundsätzlich nichts Negatives, langfristig soll das Bayreuther Spiel aber noch geschlossener und flüssiger werden. Auch einige technische Fehler seien zu viel gewesen. Berghammer ist jedoch überzeugt, dass die Mannschaft mit dem Rückenwind des ersten Saisonsiegs weitere Fortschritte machen wird.

Mit Ottobeuren wartet nun ein Aufsteiger, den die Bayreuther keineswegs unterschätzen. Die Allgäuer sind nach acht Spielzeiten in Landes- und Oberliga in Bayerns höchste Spielklasse zurückgekehrt. Zum Saisonstart unterlagen sie dem TSV München-Allach zwar knapp mit 33:36, zeigten dabei aber bereits ihre Qualitäten. Berghammer erwartet ohnehin nicht, dass die Neulinge in dieser Spielzeit dem Feld hinterherlaufen werden.
Der Oberliga-Meister setzt nach dem Aufstieg weiterhin auf ein eingespieltes Team und verzichtete nahezu vollständig auf externe Verstärkungen. Stattdessen sollen zahlreiche Spieler aus der eigenen A-Jugend den Kader verstärken. Die starke Nachwuchsarbeit unterstreicht auch der historische Aufstieg der B-Jugend in die Bundesliga. „Ich finde den Weg sehr gut“, sagt Berghammer, der darin durchaus Parallelen zur Bayreuther Philosophie erkennt.

Sportlich erwartet der Haspo-Coach eine ähnliche Aufgabe wie zum Auftakt gegen Nürnberg. „Sie haben keinen übermäßig groß gewachsenen Rückraum, sind aber flink und stark im Eins-gegen-eins.“ Zudem dürfe die Aufstiegseuphorie nicht unterschätzt werden. „Die wird nicht weg sein, nur weil sie das erste Spiel knapp verloren haben“, glaubt Berghammer.
Die Marschroute der Gastgeber ist dennoch klar. „Wichtig ist wie gegen Nürnberg, dass wir einen guten Start haben und Ottobeuren gleich zeigen, dass es an diesem Tag nichts zu holen gibt“, fordert Berghammer. Vor heimischer Kulisse wolle Haspo zudem ein Zeichen an die Konkurrenz senden. „Wir wollen ein Statement an den Rest der Liga geben, dass es in Bayreuth in dieser Saison sehr, sehr schwer wird. Unser Ziel ist es, gegen Ottobeuren spielerisch noch einen Schritt nach vorne zu machen. Dann wird auch ein Ergebnis kommen, das uns gefällt.“
Personell gibt es kaum Einschränkungen. Neuzugang Clemens Maeser steht nach seinem Umzug nach Bayreuth zur Verfügung. Timon Hübner, gegen Nürnberg vorsichtshalber noch ohne Spielminute, ist ebenfalls eine Option für den Kader. Hinter dem Einsatz des erkrankten Torhüters Tizian Braun steht dagegen noch ein Fragezeichen. Der lange verletzte Kapitän Fabio Nicola wird noch nicht rechtzeitig zurückkehren. Trotzdem sieht der Co-Trainer die Haspo-Mannschaft durch die zusätzlichen Alternativen künftig noch stärker aufgestellt.

Quelle: Nordbayerischer Kurier