Es ist kein Neuzugang, aber diese Personalie ist für HaSpo Bayreuth mindestens ebenso wertvoll: Torwart Tizian Braun wird auch für die kommende Saison in der Handball-Regionalliga Bayern der Männer zur Verfügung stehen. Das hatte am Ende der vergangenen Spielzeit noch als eher unwahrscheinlich gegolten.
Damals hatte Braun sein Lehramt-Studium in Bayreuth abgeschlossen und wartete auf die Entscheidung über den Einsatzort für sein Referendariat. Das ist oft mit einem Umzug in eine andere Region Bayerns verbunden. Das musste HaSpo beispielsweise vor drei Jahren im Fall des herausragenden Eigengewächses Paul Saborowski erfahren, der seither einer der Leistungsträger beim ambitionierten Ligarivalen TG Landshut ist. Tizian Braun hatte dagegen nun das Glück, dass sich sein Einstieg ins Berufsleben in Bayreuth verwirklichen lässt. Seine Seminarschule für die nächsten beiden Schuljahre wird das Graf-Münster-Gymnasium. Absolute Sicherheit gibt das zwar nur für das erste und vierte Halbjahr, weil die Einsatzschule für das zweite und dritte nochmals neu vergeben wird, aber dafür gibt sich Braun vorsichtig optimistisch: „Da werde ich mich wieder bewerben und hoffen, etwas in der Nähe von Bayreuth zu bekommen.“
Erst einmal freut sich der 25-Jährige, der mit Robin Hennig beständig ein Torhüter-Gespann von erwiesenem Drittliga-Format bildet, dass sich sein ausdrücklicher Wunsch erfüllt hat: „In sechs Jahren bei HaSpo habe ich mich wunderbar eingelebt und vor allem das Vereinsleben zu schätzen gelernt. Diese Gemeinschaft ist einzigartig.“ Nun ist Braun auf der Suche nach einer Wohnung in Bayreuth, nachdem er mit dem Abschluss des Studiums aus seiner Studenten-WG ausgezogen war und seither wegen der ungewissen Zukunft aus seiner Heimat im Raum Coburg hin und her gependelt ist. Dort hat er auch schon erste Erfahrung im Schulalltag gesammelt.
Nicht zuletzt freut sich Braun über die Fortsetzung seiner Laufbahn in Bayreuth wegen der vielversprechenden sportlichen Perspektive: „Wir haben jetzt eine Super-Mannschaft, meiner Meinung nach eine der besten der letzten Jahre.“ Ziel dürfe es daher sein, nach zwei Vizetiteln in den zurückliegenden beiden Jahren (und davor einem dritten Platz) erneut weit vorne mitzuspielen „und die Favoriten zu ärgern“. Wie immer seit dem unglücklichen Abstieg aus der 3. Liga im Jahr 2023 wird für den ersten Platz aber von den meisten Beobachtern ein anderen Anwärter genannt.
„Die HG München ist mit Abstand der klare Favorit“, sagt Braun über das von den aus Bayern stammenden Ex-Nationalspielern Dominik Klein und Steffen Weinhold bestärkte Projekt, das auf der Basis des Drittliga-Absteigers TuS Fürstenfeldbruck (mit dem früheren HaSpo-Leistungsträger Tom Elschner) möglichst bald ein Bundesliga-Team in der Landeshauptstadt etablieren will. Beleg für die hohen Ambitionen war kürzlich die Meldung von der Verpflichtung des langjährigen Bundesligaspielers Lucas Krzikalla (SC DHfK Leipzig), der mit 32 Jahren das beste Handball-Alter noch keineswegs weit hinter sich hat. „Der Druck, aufzusteigen, liegt ganz klar bei denen“, betont Braun. „Aber das ist ja eh unsere Lieblingsposition.“
Nicht ganz so zuversichtlich ist der HaSpo-Torhüter bei der Frage, ob er sich auch als Nachwuchstrainer weiterhin wie gewohnt im Verein engagieren kann: „Ich habe noch keine Jugend-Mannschaft für die kommende Saison, und ich weiß auch nicht, ob ich das im Referendariat noch zusätzlich leisten kann. Ich werde aber mit Andreas Berghammer besprechen, ob ich wenigstens im Torwart-Bereich weiterhin unterstützen kann.“