Weniger Schwierigkeiten als erwartet hatte HaSpo Bayreuth mit der letzten Auswärtsaufgabe der Saison in der Handball-Regionalliga Bayern der Männer. Beim heimstarken TSV Lohr, der in seinem ersten Spiel ohne Abstiegssorgen eigentlich unbelastet aufspielen konnte, blieb der Tabellenzweite mit 26:18 (13:9) ungefährdet. Um die Vizemeisterschaft aus dem vergangenen Jahr zu wiederholen, muss er jetzt zum Abschluss der Runde am kommenden Samstag zur ungewohnten (aber in der Liga einheitlichen) Uhrzeit um 16.30 Uhr noch den TSV Haunstetten besiegen, der seit dieser Woche als dritter Absteiger feststeht.
Es war sicher nicht das, was man als „schönes“ Spiel bezeichnet. Viele Unterbrechungen, auch einige unnötig harte Aktionen und eine insgesamt recht aufgeladene Atmosphäre sorgten für einen zerfahrenen Verlauf, der sich über fast zwei Stunden hinzog. Umso beachtlicher war aber die Souveränität des Bayreuther Sieges. Nur beim 3:4 und 4:5 (15.) lagen die Gäste im Rückstand, und beim 8:7 (24.) war es noch knapp, aber die letzte Szene der ersten Halbzeit stellte schon etwas klarer die Weichen.
Sieben Sekunden vor der Pause nahmen die Lohrer eine Auszeit, um für ihr über weite Strecken praktiziertes Spiel mit dem siebten Feldspieler einen klaren Plan für das wichtige Tor zum 10:12 vorzugeben. Sie leisteten sich jedoch einen schnellen Ballverlust, und mit der Sirene kassierten sie einen Treffer von Benedict Fröhlich ins leere Tor zum 9:13. Diesen Vorsprung baute HaSpo nach dem Seitenwechsel auf 19:12 aus (45.) und geriet danach nicht mehr in Gefahr. Zwei Minuten vor Schluss stand es sogar 26:16.
Dabei waren die Voraussetzungen für die Mannschaft von Trainer Mathias Bracher wieder einmal alles andere als vielversprechend. Der zuletzt gegen Regensburg erstmals nach längerer Pause überraschend (und eindrucksvoll) mitwirkende Johannes Ruoff war gar nicht dabei, und neben den schon länger stark angeschlagenen Fabio Nicola und Stefan Wopperer blieb auch Sven Goeritz wegen einer Blessur aus der Vorwoche auf der Bank.Dessen als fast unersetzlich geltende Schlüsselrolle in der weit vorgezogenen Abwehrposition übernahm Nico Brückner, der bei Gegenstößen auch ein paar Beiträge für die Offensive leisten konnte, im Wechsel mit Yannik Meyer-Siebert. Das war so erfolgreich, dass HaSpo das fast permanente Überzahlspiel der Unterfranken gut im Griff hatte. Dazu trug auch die gewohnt starke Leistung von Torwart Tizian Braun bei, zumal die Gastgeber wohl auch aus Respekt vor ihm ungewöhnlich viele Würfe vor allem von den Außenpositionen vergaben.
Im Angriff lief das HaSpo-Spiel unter den gegebenen Vorzeichen erwartungsgemäß nicht ganz so reibungslos. Neben Maximilian Berthold, der seine Hochform am Kreis und in der Abwehr erneut unterstrich, mussten auch Timo Böker und Benedict Fröhlich im Rückraum ohne Pause durchspielen und lösten diese Aufgabe ausgezeichnet. Letzterer hätte mit etwas weniger Pech im Abschluss bei guten Chancen sogar noch mehr als sieben Tore erzielen können. Benjamin Müller löste die ungewohnt große Aufgabe in der Startformation als Goeritz-Vertreter auf der Linksaußen-Position solide, hatte nur kein Glück bei seinem einzigen Wurf, der Latte und Pfosten traf.
Insgesamt zeigte sich Co-Trainer Steffen Berghammer sehr zufrieden damit, wie die personellen Probleme von den neun verfügbaren Feldspielern einmal mehr gelöst wurden: „Das zeigt, wie breit wir aufgestellt sind, und ist eine schöne Erkenntnis für die Zukunft.“
HaSpo Bayreuth: Braun, Hennig – Nicola, Fröhlich (7), Böker (5/1), Brückner (4/1), Berthold (3), Müller, Rodenkirchen, Meyer-Siebert (3), Wopperer, Fischer (2), Goeritz, Schmidt (2).
Meister SG Regensburg verbessert eigenen Torrekord
Der vorzeitige Gewinn der Meisterschaft mit dem 33:26-Sieg bei HaSpo Bayreuth hat der Spielfreude bei der SG Regensburg offensichtlich keinen Abbruch getan. Im letzten Heimspiel der Saison bot der künftige Drittligist seinen Anhängern sogar noch einmal einen neuen Torrekord. Seine bisher höchste Torausbeute beim 48:26 in Allach steigerte er gegen Schlusslicht TSV Ismaning nun auf 50:27. 14 Torschützen waren daran beteiligt, wobei die Liste vom Ex-Bayreuther Johannes Reif (8) angeführt wurde, der über weite Strecken der Saison zumindest im Angriff nicht zum engsten Kreis der Leistungsträger gehört hat.
Den Rekord für die höchste Tordifferenz in einem Spiel hält aber nach wie vor HT München. Der Tabellenvierte hat am zweiten Spieltag der Rückrunde den TSV Haunstetten mit 44:17 deklassiert.