HaSpo Bayreuth ist die erhoffte Werbung gelungen für das Gipfeltreffen in der Handball-Regionalliga Bayern der Männer, zu dem am kommenden Samstag um 19.30 Uhr der Spitzenreiter SG Regensburg im Schulzentrum Ost erwartet wird. Der Tabellenzweite löste die heikle Aufgabe im oberfränkischen Derby bei der zweiten Mannschaft des Zweitligisten HSC Coburg dank einer Wende in der zweiten Halbzeit mit 30:28 (14:17) und wahrte damit die Chance, das Rennen um die Meisterschaft bis zum letzten Spieltag offen halten zu können.
Dabei war der Erfolg viel höher zu bewerten, als es der Tabellenstand vermuten lässt. „Das war eine andere Mannschaft als die, mit der die Coburger bisher gespielt hatten“, unterstreicht HaSpo-Co-Trainer Steffen Berghammen. Nicht weniger als neun Spieler waren dabei, die in dieser Saison schon bei den Profis zum Einsatz gekommen waren. Zweitliga-Cheftrainer Anel Mahmutefendic sprach vor dem Spiel davon, zum ersten Mal überhaupt in dieser Spielzeit die beste Besetzung aufbieten zu können – und saß sogar selbst als Coach auf der Bank.
So waren die anfänglichen Schwierigkeiten der Bayreuther nicht völlig überraschend. Dafür sorgten vor allem die beiden lettischen Nationalspieler im HSC-Aufgebot. Marks Lilienfelds (6 Tore) war in den Zweikämpfen schwer zu stoppen, und der am Kreis startende Leonards Valkovskis (5) überraschte häufig mit dem Positionswechsel zum zusätzlichen Rückraumspieler. HaSpo benötigte einige Zeit, um sich auf diese ungewohnten Herausforderungen einzustellen, und geriet vom 1:4-Fehlstart bis auf 6:12 (19.) in Rückstand. Als die Gäste allmählich besser zurecht kamen und auf 11:13 (25.) verkürzten, setzten die Coburger auf den siebten Feldspieler, aber das hatte schon weniger deutliche Effekte.
Nach der Pause gelang HaSpo dann trotz eines Starts in Unterzahl gleich eine Wende mit Moritz Schmidt als Hauptdarsteller. Der Linkshänder bestätigte seine aktuelle Hochform mit drei Treffern in Folge zum 17:17 und erzielte dann auch gleich noch das 18:18 (36.). Am Ende hatte Schmidt neun Tore auf seinem Konto ohne einen einzigen Fehlwurf. Von da an gerieten die Bayreuther nie mehr in Rückstand und verteidigten mit klugen Entscheidungen und geringer Fehlerquote einen Vorsprung von einem bis drei Toren.
Nur fünfeinhalb Minuten vor dem Ende beim Stand von 25:26 hatten die Gastgeber eine große Chance zum Ausgleich, als Benedict Fröhlich die fünfte Bayreuther Zeitstrafe erhielt (Coburg eine) und gleichzeitig ein fragwürdiger Siebenmeter gegeben wurde, der aber an der Latte landete. Gut zwei Minuten später führte HaSpo wieder mit drei Toren und brachte den Sieg dann recht sicher ins Ziel. Das 28. Gegentor fiel erst in letzter Sekunde.
Neben Schmidt leisteten wieder einmal einige HaSpo-Akteure entscheidende Beiträge zum Erfolg, die sonst nicht so häufig im Mittelpunkt stehen. Vor allem glänzte der oft durch die hervorragenden Leistungen von Tizian Braun auf die Bank gedrängte Torwart Robin Hennig nach seiner Einwechslung zur zweiten Halbzeit mit zwölf Paraden bei nur elf Gegentoren und somit einer großartigen Fangquote von über 50 Prozent. Der junge Spielmacher Timo Böker fand eine gute Linie zwischen eigener Torgefahr und spielerischen Akzenten mit starken sieben Assists, während der erfahrene Yannik Meyer-Siebert wichtige Impulse für Abwehr und Angriff gab. „Insgesamt war das eine Leistung, auf die wir stolz sein dürfen“, sagte Berghammer, der auch den Dank an die Schlachtenbummler nicht vergaß: „Die haben es fast zu einem Heimspiel für uns gemacht.“
HaSpo Bayreuth: Braun, Hennig – Fröhlich (1), Böker (4), Brückner (4/4), Berthold (3), Müller, Rodenkirchen, Meyer-Siebert (2), Wopperer (2), Fischer (1), Goeritz (4), Schmidt (9).