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28.03.2026 | Vorbericht: Männer I

HaSpo-Personaldecke kommt an ihre Grenzen

HaSpo-Personaldecke kommt an ihre Grenzen

Verletzungssorgen begleiten HaSpo Bayreuth schon fast durch die ganze Saison in der Handball-Regionalliga Bayern der Männer. Vor dem Spiel am Samstag um 19.30 Uhr bei der DJK Waldbüttelbrunn kommt die Personaldecke des Tabellenzweiten aber mehr denn je an ihre Grenzen.

Hauptursache dafür ist der Ausfall von Tim Lorenz. Der im Saisonverlauf zunehmend in die Rolle eines Leistungsträgers gewachsene junge Spielmacher war bei der zurückliegenden Heimniederlage gegen den VfL Günzburg (24:26) kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit infolge eines Fouls mit Rückenschmerzen ausgeschieden und ins Krankenhaus gebracht worden. Dort musste er sogar einige Tage lang bleiben und wurde schließlich mit der Diagnose entlassen, dass er in dieser Saison wohl nicht mehr mitwirken kann. „Damit waren unsere Wechselmöglichkeiten praktisch komplett dahin“, hatte HaSpo-Trainer Mathias Bracher nach dem Spiel gesagt.

Doch das blieb nicht die einzige Hiobsbotschaft in dieser Woche. „Von den vier etatmäßigen Rückraumspielern, die uns noch geblieben sind, mussten drei im Training aussetzen“, erklärt Bracher. Vor allem bei Stefan Wopperer, der mit seiner Erfahrung in der jungen Mannschaft eine Schlüsselrolle spielt, erscheint der Einsatz nach einer fiebrigen Erkrankung fraglich. Der Coach wird also wahrscheinlich wieder einmal mit Spielern auf ungewohnten Positionen improvisieren müssen, wie es schon hin und wieder mit beachtlichem Erfolg gelungen ist. Bei der Suche nach Ergänzungen aus anderen Teams des Vereins kommt man auch nicht weit. Wie wäre es zum Beispiel mit dem amerikanischen Jugend-Nationalspieler Luca Jagar-Wölker aus dem eigenen Nachwuchs? „Der trainiert schon bei uns mit und könnte durchaus zumindest in der Abwehr helfen“, sagt Bracher. „Aber er hat sich gerade den Daumen gebrochen.“

Zusätzlich belastet wird die Stimmung im HaSpo-Lager durch die erst zweite Heimniederlage innerhalb der vergangenen drei Jahre, weil dadurch die so reizvolle Ausgangslage mit nur zwei Punkten Abstand zum dominierenden Spitzenreiter SG Regensburg verloren ging. „Vielleicht ist über diese Chance in letzter Zeit etwas zu viel gesprochen worden“, sieht auch Bracher die Gefahr eines gewissen Spannungsabfalls. Gemessen an den ursprünglichen Saisonerwartungen, sei es aber immer noch ein ehrgeiziges Ziel, die Vizemeisterschaft aus dem Vorjahr zu wiederholen. Bei noch drei Punkten Vorsprung vor der TG Landshut sei aber auch das schon „knifflig genug“: „Schließlich gibt es jetzt für uns endgültig keine leichten Spiele mehr. Jedes wird ein Kampf.“

Daran ändert es auch wenig, dass der nächste Gegner einige vergleichbare Probleme hat. Schließlich hat auch die DJK Waldbüttelbrunn mit 19:28 beim Tabellennachbarn TSV Haunstetten gerade einen Rückschlag hinnehmen müssen, der die Hoffnungen (in diesem Fall auf den Klassenerhalt) erheblich gedämpft hat. Nach nur zwei Punkten aus den letzten nunmehr zwölf Spielen liegt der Tabellenvorletzte schon acht Zähler vom rettenden elften Platz entfernt.

Eine der Ursachen für die Schwierigkeiten ist auch bei den Unterfranken eine Personalnot. Daniel Boldt als mittlerweile vierter DJK-Trainer der Saison konnte zuletzt in Haunstetten nur auf acht Feldspieler zurückgreifen, von denen einer auch noch früh in der zweiten Halbzeit die Rote Karte sah. So eng wird es für den ehemaligen Drittligisten (Saison 2022/23) allerdings fast nur in Auswärtsspielen, in denen er lediglich beim allerersten Saisonspiel mit 27:27 in Günzburg (!) zu einem Punktgewinn kam und zweimal sogar wegen Spielermangels absagen musste – trotz einer zweiten Mannschaft nur eine Spielklasse tiefer in der Oberliga Nord, die dort allerdings punktloses Schlusslicht ist.

In heimischer Halle ist die DJK Waldbüttelbrunn dagegen meist besser besetzt. Neben ihren drei Siegen zeigte sie sich dort meist auch gegen Gäste aus der oberen Tabellenhälfte konkurrenzfähig, vor allem beim 25:26 gegen Landshut. Beim Hinspiel in Bayreuth präsentierte sich die damals noch stabilere Mannschaft ebenfalls als unbequemer Gegner, den HaSpo nach einem 27:25-Zwischenstand erst in den letzten fünf Minuten noch relativ klar mit 32:26 auf Distanz halten konnte. Bezeichnend ist dabei ein Blick auf die damals erfolgreichsten Torschützen: Bei Waldbüttelbrunn ragte Rechtsaußen Lukas Lutz mit elf Toren heraus, der einen Schnitt von 6,63 pro Spiel vorweisen kann – aber eben nur achtmal zur Verfügung stand. Und bei HaSpo ging mehr als die Hälfte der Treffer auf die Konten von Fabio Nicola (7), Johannes Ruoff (6) und Nico Brückner (5) – niemand aus diesem Trio ist aktuell voll einsatzfähig.