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24.03.2026 | Spielbericht: Männer I

Der Traum vom Endspiel ist wohl zu ende

Der Traum vom Endspiel ist wohl zu ende

Erst zum zweiten Mal seit dem unglücklichen Abstieg aus der 3. Liga im Frühjahr 2023 hat HaSpo Bayreuth in der Handball-Regionalliga Bayern der Männer ein Heimspiel verloren. Gegen den VfL Günzburg, bei dem der Tabellenzweite schon im Hinspiel mit 26:29 gescheitert war, unterlag er diesmal mit 24:26 (11:13).

Dadurch hat sich der Rückstand der Bayreuther zum Spitzenreiter SG Regensburg auf vier Punkte verdoppelt. Somit dürfte der Traum zu Ende sein, dem hohen Titelfavoriten im direkten Duell am 25. April einen Kampf mit Endspiel-Charakter um die Meisterschaft liefern zu können.

Die Niederlage hatte nicht die eine große Ursache, sondern eher viele kleine. Ganz oben auf der Liste steht ein starker Gegner, der sich auf das stabilere Angriffsspiel verlassen konnte. „Das war die erhoffte Wiedergutmachung nach unserem letzten Katastrophenspiel“, sagte der Günzburger Trainer Stephan Hofmeister mit Blick auf das mit 26:35 verlorene schwäbische Derby gegen den Tabellenvorletzten TSV Haunstetten, das ihn sehr geärgert habe. „Bis zum Dienstag habe ich mit niemandem gesprochen, außer meinem Hund.“

Zwar mussten die Gäste genau wie HaSpo ohne Linkshänder im Rückraum auskommen, aber das sind sie schon seit Saisonbeginn gewohnt. Selbst als ihr einziger Linkshänder Noah Heisch mit einer Fußverletzung ausschied (20.) und die Rechtsaußenposition daher praktisch überhaupt keine Rolle mehr spielte, fanden sie vor allem über die Zusammenarbeit von Spielmacher Nicolai Jensen (8 Tore) und den beweglichen Kreisspieler Daniel Jäger (3) immer wieder Lösungen gegen die keineswegs schwache HaSpo-Deckung. Auf der anderen Seite stützten sich die Gäste auf eine gut eingespielte 5-1-Abwehr mit dem gerade erst zurückgekehrten Yannick Meye in vorgezogener Position und dem Rückhalt von Torwart Patrick Bieber, der drei Siebenmeter parierte.

Dagegen gab es im HaSpo-Spiel weniger verlässliche Faktoren. Nach sicher und geduldig herausgespielten guten Chancen mit entsprechend hoher Trefferquote bis zum 5:2 (8.) nahmen schon mit ersten Umstellungen die Unsicherheiten im Angriff zu, was zum 8:11-Rückstand führte (24.). Neue Hoffnung weckte kurz vor der Pause der starke Einstand des eingewechselten Torwarts Tizian Braun und der gute Start in die zweite Halbzeit mit der Wende zum 15:14 (38.) und dann sogar 19:16 (45.). Doch wieder konnten die Bayreuther das Niveau in der Offensive nicht halten, zumal der ohnehin dünn besetzte Rückraum durch den Ausfall von Tim Lorenz geschwächt wurde. Nachdem der schnelle Spielmacher den Siebenmeter zum 12:13 erkämpft hatte (32.), wurde er mit Rückenschmerzen zunächst am Spielfeldrand behandelt und dann vorsichtshalber sogar ins Krankenhaus gebracht.

„Damit waren unsere Wechselmöglichkeiten praktisch komplett dahin“, erklärte HaSpo-Trainer Mathias Bracher, der wieder auf die Leistungsträger Johannes Ruoff und Fabio Nicola verzichten musste und Nico Brückner nur als Siebenmeterwerfer einsetzen konnte. „Man kann den Jungs keinen Vorwurf machen, denn sie haben bis zuletzt gekämpft, aber am Ende waren dann doch ein paar schlechte Entscheidungen dabei.“ In den viereinhalb Minuten nach dem 23:23 folgten ein Wurf aufs leere Tor an die Latte, ein vergebener Siebenmeter, ein Ballverlust und ein missglückter Kempatrick. Zudem hatten die Bayreuther in wichtigen Momenten auch einfach etwas mehr Pech mit den oft vom Zufall bestimmten Entscheidungen der schwachen Schiedsrichterinnen. So durften die Günzburger die letzten 45 Sekunden gegen die offene Manndeckung komplett herunterspielen bis zum letztlich bedeutungslosen Treffer zum Endstand.

„Das tut mir jetzt fast ein wenig leid, denn ich habe großen Respekt davor, was in Bayreuth geleistet wird“, tröstete VfL-Coach Hofmeister. Die Enttäuschung im HaSpo-Lager war am Ende auch nicht zu übersehen. Mit nachhaltigem Schaden für die bislang stets unerschütterliche Moral des Teams rechnet Co-Trainer Steffen Berghammer aber trotzdem nicht: „Wir werden einfach weitermachen. Unser Ziel ist ja in erster Linie, Spieler zu entwickeln. Und da gehören solche Rückschläge eben auch dazu.“

HaSpo Bayreuth: Hennig, Braun – Lorenz, Nicola, Fröhlich (2), Böker (2), Ruoff, Brückner (5/5), Berthold (2), Müller, Rodenkirchen, Meyer-Siebert, Wopperer (3), Fischer (4), Goeritz (3), Schmidt (3).