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21.03.2026 | Vorbericht: Männer I

Seltene HaSpo-Erinnerung: Niederlage im Hinspiel

Seltene HaSpo-Erinnerung: Niederlage im Hinspiel

HaSpo Bayreuth steht in der Handball-Regionalliga Bayern der Männer vermutlich vor der höchsten Hürde auf dem Weg zum erhoffen Gipfeltreffen mit Spitzenreiter SG Regensburg am 25. April. Am Samstag um 19.30 Uhr ist der VfL Günzburg im Schulzentrum Ost zu Gast, der eine ungewohnte Erinnerung weckt. Im Hinspiel gab es nämlich eine der beiden Niederlagen der Saison. Nach dem Start mit 12:0 Punkten ging die Partie bei den Schwaben mit 26:29 verloren.

„Als Problem für uns erwies es sich damals schon, dass die Günzburger dieses Spiel als besonderes Event gestaltet und angekündigt hatten“, erinnert sich HaSpo-Trainer Mathias Bracher. „Da waren 1200 Zuschauer in der Halle und haben richtig Stimmung gemacht, was gerade unsere jungen Spieler schon beeindruckt hat. Und dann waren die Gastgeber mit dieser Unterstützung auch noch ganz besonders engagiert und giftig.“ Dennoch war die Niederlage aber nicht ganz unvermeidlich. Zweieinhalb Minuten vor dem Ende stand es 26:26, ehe eine Strafzeit noch drei Gegentore zur Folge hatte.

Mit diesem Erfolg fand der Traditionsverein, der Anfang der 1980er Jahre in die Bundesliga aufstieg und sogar im Halbfinale des Europapokals der Pokalsieger stand, selbst den Anschluss an die Spitzengruppe mit dann 11:3 Punkten. In den späteren direkten Duellen unter den führenden fünf Teams gelang dann aber außer einem 34:34 gegen HT München kein weiterer Punktgewinn mehr, sodass nach einem Fehlstart ins neue Jahr mit Niederlagen in allen drei Heimspielen jetzt wohl nur noch der dritte Platz erreichbar erscheint. Besonders enttäuschend war zuletzt das schwäbische Derby gegen den Tabellenvorletzten TSV Haunstetten, als die Günzburger mit 26:35 selbst nach Einschätzung auf ihrer eigenen Internetseite „erstaunlich chancenlos“ blieben.

Gefreut hat sich HaSpo-Trainer über diesen emotionalen Tiefpunkt des Gegners allerdings nicht: „Ich glaube, das ist eher schlecht für uns. Ich erwarte nun eine Mannschaft, für die es zwar nicht mehr um viel geht, die sich aber jetzt noch einmal richtig zusammenreißen will.“ Das überraschend erfolgreiche Konzept des TSV Haunstetten sei zwar offensichtlich gewesen, lasse sich aber kaum nachahmen: „Die haben die Günzburger richtig genervt, indem sie 60 Minuten lang mit dem siebten Feldspieler agiert haben. Das können wir im Training aber nicht kopieren, weil uns gar keine 13 gesunden Spieler zur Verfügung stehen.“

So überwiegt doch nach wie vor der Respekt vor den Gästen: „Spiele gegen Günzburg waren schon immer umkämpft. Sie haben bewegliche Rückraumspieler und sind sehr flink beim Gegenstoß und der schnellen Mitte. Vor allem aber arbeiten sie viel mit dem Kreisspieler, der viel läuft und gute Sperren stellt. Das hat uns auch im Hinspiel einige Schwierigkeiten bereitet.“ In erster Linie aber gelte es nach einigen wechselhaften Angriffsleistungen in der letzten Zeit „auf uns zu schauen“: „Wir müssen wieder mehr Ballfluss hinkriegen. Zuletzt haben wir uns zu oft mit Einzelaktionen festgerannt. Ich würde gern mal wieder einen Sieg sehen, ohne dass wir unsere Torhüter zu herausragenden Leistungen zwingen.“

Dafür spreche immerhin, dass doch immer wieder Lösungen gefunden wurden. Beim letzten 24:21-Sieg in Anzing gab Hannes Fischer ein Beispiel dafür, der seit seiner Rückkehr vom Auslandssemester zum Jahreswechsel noch gar kein Tor erzielt hatte, diesmal aber gleich vier: „Der ist richtig in die Tiefe gegangen und hat dadurch auch noch ein paar Siebenmeter herausgeholt“, lobt Bracher. „Das war wirklich sehr erfreulich.“ Personell erwartet der HaSpo-Trainer vor der Oster-Pause nach dem Spiel bei der DJK Waldbüttelbrunn am 28. März keine Veränderungen: „Mit Rückkehrern rechne ich erst mal nicht. Ich bin schon froh, wenn es keine weiteren Rückschläge gibt.“


Oberbürgermeister im Günzburger Kader

Für ein wahrscheinlich bundesweit einmaliges Alleinstellungsmerkmal des VfL Günzburg sorgt die Tatsache, dass der Oberbürgermeister der Stadt zu seinem Kader gehört. Rückraumspieler Michael Jahn ist am 8. März zum neuen Oberhaupt der Großen Kreisstadt mit knapp 22.000 Einwohnern gewählt worden (der Vorgänger trat nicht mehr an), und zwar trotz dreier Mitbewerber gleich im ersten Wahlgang mit absoluter Mehrheit von 56,6 Prozent. Der 30-jährige Rechtsanwalt, der damit jüngster Oberbürgermeister Bayerns sein wird, war im Wahlkampf vom Verein und vor allem seinen Teamkollegen tatkräftig unterstützt worden. Auch wenn er wegen dieses Engagements sportlich etwas kürzer treten musste, wurden zuletzt gegen den TSV Haunstetten immerhin noch zwei Tore von Michael Jahn notiert. Da staunt auch HaSpo-Trainer Mathias Bracher trotz seiner langjährigen Erfahrung als früherer Bundesligaspieler nicht schlecht: „Ich glaube, gegen einen Oberbürgermeister habe ich noch nie gespielt.“