Nach dem grandiosen 24:21-Sieg im Verfolgerduell bei der TG Landshut hat Haspo Bayreuth auch die Pflichtaufgabe gegen den HBC Nürnberg mehr oder weniger souverän gelöst. Durch den 29:26 (18:13)-Heimerfolg blieb der Tabellenzweite der Handball-Regionalliga Bayern zwei Punkte hinter der SG Regensburg. Die DJK Waldbüttelbrunn war wegen Spielermangel nicht zur Partie beim Spitzenreiter angetreten. „Ich denke nicht, dass das Spiel nachgeholt wird, aber da war sowieso keine Schützenhilfe zu erwarten“, sagte der Bayreuther Co-Trainer Steffen Berghammer.
Von seiner Mannschaft hatte er eine „sehr positive“ erste Halbzeit zu sehen bekommen, in der sie zweimal mit sechs Toren (11:5/14., 12:6/18.) und beim 18:11 (29.) sogar mit sieben in Führung lag. „Wir hatten einen sehr unangenehmen Gegner erwartet. Das waren sie auch, wir haben es aber super gelöst“, sagte Berghammer. Denn im Vergleich zu den vergangenen Wochen schaltete Haspo sehr schnell von Abwehr auf Angriff um und machte so „sehr viele leichte Tore aus der ersten und zweiten Welle“. Grundlage dafür waren die sieben Paraden von Torhüter Robin Hennig, der nahtlos an die Leistungen des gesundheitlich angeschlagenen Tizian Braun anknüpfte. „Wir waren aber im Vergleich zu letzter Woche nicht ganz so zweikampfstark in der eigenen Abwehr, da haben ein paar Körner gefehlt.“
Und die dünne Personaldecke im Rückraum tat ihr Übriges dazu, dass außer Stefan Wopperer („Er hat sehr gut gespielt, sonst hätte es in der ersten Halbzeit nicht so ‚gemütlich’ ausgesehen“) im Angriff nur noch Sven Goeritz („Er hat auf Linksaußen sehr gut geworfen und war in der Abwehr sowieso wieder stark“) Normalform erreichte. „In der zweiten Halbzeit haben sich diese Probleme im Angriff verschärft, und wir sind immer verunsicherter geworden. Und der HBC ist ein sehr gut gecoachter Gegner, der das gut ausgenutzt hat“, erklärte Berghammer, wieso es nach 37 Minuten plötzlich nur noch 19:18 stand. „Letztendlich haben wir uns durchgekämpft.“ In der darauffolgenden Auszeit habe das Trainerteam an die Körpersprache appelliert. „Die Spieler wissen, was zu tun ist, wir hatten einen Plan im Angriff vorgegeben. Aber die Körpersprache hat nachgelassen. Wir haben die Spieler daran erinnert, dass alles gut ist und sie mit breiter Brust vorangehen können. So eine sehr junge Mannschaft muss man manchmal aus einem Tief aufwecken.“
as klappte dann auch sofort wieder mit Ballgewinnen in der Abwehr.
Und als zehn Minuten vor Schluss doch noch Braun für Hennig kam, der „in der zweiten Halbzeit nicht mehr so im Spiel war“, schaukelte Haspo den Sieg heim. „Wenn du zwei gute Torhüter hast, kannst du reagieren. Er hält sieben Bälle, auch schwere, und war hauptverantwortlich dafür, dass es nicht ganz eng wurde.“ So konnte Haspo sich diesmal auch 16 technische Fehler leisten. „Aber wir freuen uns, ein Endspiel mehr gewonnen zu haben, und fahren zum nächsten nach Anzing.“
Haspo Bayreuth: Braun, Hennig – Lorenz (3), Nicola, Böker (1), Ruoff, Brückner (7/7), Berthold (2), Müller, Rodenkirchen (1), Fröhlich (4), Meyer-Siebert, Wopperer (3), Fischer, Goeritz (5), Schmidt (3). Quelle: Nordbayerischer Kurier