Es ist im Titelrennen in der Handball-Regionalliga Bayern nicht nur ein ungemein wichtiger Sieg gewesen, den HaSpo Bayreuth nach der dreiwöchigen Spiel-pause gefeiert hat, er war laut Co-Trainer Steffen Berghammer auch „unerwartet, hoch souverän und mehr als verdient. Wir haben immer mit zwei, drei, vier Toren ge-führt.\" Mit dem 24:21 (10:7) im Verfolgerduell bei der TG Landshut blieb der Tabellenzweite der nur zwei Punkte besseren SG Regensburg (33:27 beim VfL Günzburg) auf den Fersen und wahrte die Chance, in den verbleibenden neun Partien aus eigener Kraft Meister werden zu können.
„Wir haben jetzt eine jede Menge Endspiele, das ist ein tolles Gefühl.\"
Noch beeindruckender war, dass der 14. Sieg im 17. Saisonspiel gelang, obwohl mit Johannes Ruoff bereits nach zehn Minuten der einzige Linkshänder im Rückraum wegen einer Knieverletzung nicht mehr mitwirken konnte und sich zu Abwehrchef Fabio Nicola und Nico Brückner gesellte, der beim 29:23 im Hinspiel alleine 15 Treffer erzielt hatte und nun mehr oder weniger nur die Siebenmeter (4/5) werfen konnte.
„Wir sind maximal stolz, wie wir das kompensiert haben, und ich kann gar nicht erklären, wie man so gut spielen kann\", schwärmte Berghammer. Wir hatten eine unglaubliche kämpferische Einstellung und eine zwei-kampfstarke Abwehr.
Wenn Landshut aus dem Positionsangriff sechs Tore gemacht hat, ist das viel. Da hatten wir sie komplett im Sack.
\"Der Rest waren Gegenstöße, Sieben-Meter oder zweite Welle. Dazu kam noch ein bärenstarker Tizian Braun im Tor, der in der ersten Halbzeit mit acht Bällen über 50 Prozent hielt und in der zweiten auch noch einmal zehn Paraden zeigte. „Wir hätten zur Halbzeit noch viel höher führen können, haben aber gegen den auch sehr starken Landshuter Torwart einige Chancen liegen lassen\", erinnerte sich Berghammer an drei Gegenstöße und zwei freie Würfe, die HaSpo vergab - bei nur sechs technischen Fehlern.
Vom 7:7 durch den Ex-Bayreuther Tobias Gretsch (24.) setzten sich die Gäste bis zur 34. Minute auf 12:7 ab. „Es gab mehrere Wirkungstreffer, und man hat dem Gegner angemerkt, wie verzweifelt er ist, sich an uns anzupassen. Sie haben es mit vier Rückraumspielern oder sieben Feldspielern probiert, aber das ist für uns nichts Neues und wir freuen uns drauf, wenn das kommt.\" Es habe zwar auch schwere Phasen zu überstehen gegeben, zum Beispiel nach dem 10:12 oder als Landshut vom 14:19 (49.) in Überzahl noch einmal auf 17:19 (51.) heran-kam, wir waren aber sehr gut vorbereitet, sind ruhig geblieben und haben nicht den Kopf verloren\".
Und das, obwohl auch aufgrund fehlender Alternativen mit Tim Lorenz ein letztjähriger A-Jugendlicher auf Rückraum Mitte 60 Minuten durchspielen musste - und kühlen Kopf bewahrte.
Das war schon beeindruckend von unserer jungen Mannschaft, wenngleich Stefan Wopperer als erfahrener Spieler in der zweiten Halbzeit ganz viel Ruhe ins Spiel gebracht hat.
Und Maximilian Berthold war ein Tier in der Abwehr\", sagte Berghammer, der aber niemanden hervorheben will. „Luis Rodenkirchen zum Beispiel kommt rein und macht drei Tore in der ersten Halbzeit. Wir sind einfach ein Team.\"
Eines, das sich auch von der Atmosphäre mit etwa 700 Zuschauern nicht beeindrucken ließ, nach dem 19:21 mit einem Drei-Tore-Lauf für die endgültige Entscheidung sorgte und als erste Mannschaft in dieser Saison Punkte aus Landshut entführte.
Haspo Bayreuth:
Braun, Hennig, Lorenz(4), Böker, Ruoff (1), Brückner (5/4), Berthold, Müller, Rodenkirchen (3), Fröhlich (I), Meyer-Siebert, Wopperer (2), Fischer, Goeritz (3), Schmidt (5).
Quelle: Nordbayerischer Kurier