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22.02.2026 | Spielbericht: Männer II

M2 Aufholjagd wird nicht belohnt

M2 Aufholjagd wird nicht belohnt

Nach der bitteren Niederlage in der Vorwoche wollte die Zweite Mannschaft der HaSpo Bayreuth beim schweren Auswärtsspiel des abstiegsgefährdeten TV Michelau ein anderes Gesicht zeigen. Mit Trainer Jöran Kischel zurück an der Seitenlinie reiste man mit neuem Mut nach Michelau; wohlwissend, dass dort traditionell eine der lautesten Hallen der Liga wartet. Die zahlreichen Heimfans verwandelten die Halle in einen Hexenkessel und peitschten ihre Mannschaft von Beginn an nach vorne. Am Ende mussten sich die Bayreuther in einem intensiven und über weite Strecken spannenden Spiel jedoch mit 31:29 geschlagen geben.
 
Schwieriger Start gegen körperbetonte Hausherren
 
Die Partie begann denkbar ungünstig für die Jungs aus der Wagnerstadt. Man vergab etliche freie Chancen und hätte eigentlich eine gute 3-4 Toreführung herausspielen müssen. Doch nach 16 Minuten stand nur ein 5:5 auf der Anzeigetafel. Michelau stellte sich zunehmend besser auf die offensive Abwehr der HaSpo ein und fand vor allem über konsequente Anspiele an den Kreis immer wieder Lösungen. Die Umstellung in der Defensive brachte keine wirkliche Verbesserung. Besonders Kreisläufer Nils Wendel setzte mit seiner körperlichen Präsenz Akzente und bereitete den Bayreuthern einige Probleme (12:7 nach 24 Minuten).
Auf der anderen Seite erspielte sich die HaSpo wiederholt gute Möglichkeiten, ließ jedoch zu viele freie Würfe ungenutzt. Die berechtigte rote Karte gegen Wendel (26. Minute), nach einer völlig unnötigen Aktion, brachte die Gastgeber nur kurz aus dem Konzept, änderte aber nichts am Spielverlauf. Die mangelhafte Chancenverwertung verhinderte, dass man den Anschluss hielt – stattdessen wuchs der Rückstand bis zur Halbzeit auf sechs Tore an (16:10).

Deutliche Steigerung nach der Pause
 
Nach dem Seitenwechsel präsentierten sich die Bayreuther deutlich besser. Die Abwehr arbeitete nun deutlich kompakter, die Kreisanspiele wurden konsequenter unterbunden und im Angriff nutzte man endlich die Chancen, die man sich bereits zuvor herausgespielt hatte. Tor um Tor kämpfte sich die junge Mannschaft heran (20:18 nach 40 Minuten).
 
In der 48. Minute war es schließlich soweit: Der verdiente Ausgleich war hergestellt (23:23). Die Begegnung entwickelte sich nun zu einem offenen Schlagabtausch. In Unterzahl konnte in der 54. Minute sogar eine Führung zum 26:27 herausgespielt werden. Beide Teams schenkten sich nichts und die Atmosphäre in der Halle erreichte ihren Höhepunkt.
 
Erneut fehlt die Kaltschnäuzigkeit in der Schlussphase
 
Doch wie schon in der Vorwoche gegen Kunstadt kippte das Spiel in der entscheidenden Phase wieder zugunsten des Gegners. Unkonzentrierte Abschlüsse und ein, zwei einfache Gegentore in der Defensive ermöglichten es Michelau, sich nochmals auf drei Treffer abzusetzen (57. Minute 30:27). Die Bayreuther stemmten sich zwar mit großem Einsatz gegen die drohende Niederlage, fanden jedoch kein Mittel mehr, um in den letzten Minuten entscheidend zu verkürzen (Endstand 31:29).

So blieb am Ende die Erkenntnis, dass man über weite Strecken auf Augenhöhe agierte, sich jedoch für eine deutliche Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit nicht belohnen konnte. Parallelen zum Spiel gegen Kunstadt waren unverkennbar: Aufholjagd nach der Pause, Spannung bis in die Crunchtime – und dennoch ohne Happy End.
 
Für die junge Mannschaft gilt es nun, aus diesen engen Spielen zu lernen und in den entscheidenden Momenten mehr Ruhe und Konsequenz zu zeigen. Denn das Potenzial, auch solche hitzigen Auswärtspartien für sich zu entscheiden, ist zweifellos vorhanden.

HaSpo spielte im Tor mit Fabian Tannreuther; im Feld mit Paul Seggewiß (7), Felix Köhler (6/3), Bruno Fischer (5), Luis Rodenkirchen (3), Johannes Höpfl, Max Kettel, Hendrik Pfaadt (3), Benjamin Müller (4), Tim Schmälzle (1) und David Weiß.