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10.02.2026 | Spielbericht: Männer I

HaSpo gewinnt hochklassiges Spitzenspiel

HaSpo gewinnt hochklassiges Spitzenspiel

HaSpo Bayreuth hat wieder einmal bewiesen, sich in der Handball-Regionalliga Bayern der Männer mit den Aufgaben steigern zu können. Nach durchwachsenen Leistungen in den ersten drei Spielen nach dem Jahreswechsel setzte sich der Tabellenzweite in einem spannenden sowie spielerisch, kämpferisch und vor allem auch taktisch hochklassigen Spiel gegen HT München mit 26:25 (12:13) durch. Damit bleiben die Bayreuther der Hauptverfolger des Titelfavoriten SG Regensburg, während die Münchner als Meister des Jahres 2023 auf Platz fünf vorerst den Anschluss nach ganz oben verpasst haben.

„Es war einfach ein Super-Handballspiel, ein großartiger Fight“, freute sich HaSpo-Trainer Mathias Bracher. „München hat sich als der erwartet enorm starke Gegner gezeigt, der uns immer wieder vor neue Aufgaben gestellt hat.“ Bemerkenswert war dabei vor allem die Flexibilität der individuell ausgeglichen stark besetzten Gäste. In der Abwehr starteten sie mitunter in scheinbar konservativer 6-0- oder 5-1-Formation, wurden dann aber mit Beweglichkeit und Aggressivität schnell ebenso offensiv wie die gewohnte HaSpo-Deckung. Ebenso täuschten sie im Angriff oft die Besetzung der Position am Kreis nur an und agierten dann mit vier Rückraumspielern.

HaSpo hatte vor allem in der Offensive einige Schwierigkeiten, damit umzugehen. Erst nach viereinhalb Minuten gelang durch Moritz Schmidt per Gegenstoß der erste Treffer zum 1:2, und bis zur ersten Münchner Torwart-Parade bei einem Siebenmeter von Johannes Ruoff vergingen sogar noch weitere zwei Minuten – einfach, weil kein Ball aufs Tor kam. Überhaupt fielen trotz des beiderseits hohen Tempos relativ wenig Tore, weil sich beide Teams auf diese Stärke des Gegners gut eingestellt hatten. Als die Bayreuther Unsicherheiten im Aufbau dann auch noch in Unterzahl durch zwei Gegentreffer ins leere Tor zum 5:8 führten (17.), sprach einiges zugunsten der Gäste.

HaSpo glich nach einer Auszeit zwar mit drei Treffern in Folge zum 10:10 aus (24.), musste mit dem knappen Rückstand bei Halbzeit aber trotzdem zufrieden sein. Schließlich hatten die Münchner mit dem scheinbar letzten Angriff vor der Pause die Chance, ihre 13:11-Führung noch auszubauen, doch sie handelten sich stattdessen einen Gegenstoß ein, den der treffsicher Rechtsaußen Moritz Schmidt mit seinem vierten Tor zum 12:13 abschloss. „Ich fand uns in der ersten Halbzeit sogar etwas besser, aber trotzdem lagen wir nur knapp vorne“, trauerte HT-Trainer Johannes Borschel am Ende wohl nicht zuletzt dieser Situation nach.

Die Bayreuther nutzten die relativ gute Ausgangsposition für die zweite Hälfte sofort zum ersten und einzigen Führungswechsel. Nach einer tollen Parade des insgesamt sehr starken Torhüters Tizian Braun traf Stefan Wopperer ins leere Tor zum 14:13, das durch spielerische Lösungen und nicht zuletzt clevere Aktionen des schlitzohrigen Ruoff auf 18:14 ausgebaut und bis zum 20:16 (44.) stabilisiert wurde.

Entschieden war damit aber noch lange nichts. Erste HaSpo-Sorgen hatte schon die zweite Zeitstrafe für Maximilian Berthold verursacht (34.), der in Abwesenheit von Fabio Nicola sehr überzeugend eine ganz wichtige Rolle als Einzelkämpfer am Kreis und in der Abwehrmitte spielte. Dann humpelte der spielstarke Ruoff vom Feld und musste behandelt werden (50.), kehrte aber nach vier Minuten zurück. Als schließlich auch noch Benedict Fröhlich bei seinem Treffer zum 24:22 an der Schulter verletzt wurde und ausschied (54.), musste erstmals der gesundheitlich angeschlagene Timo Böker eingreifen. Als unter diesen Umständen wieder die lange Zeit reduzierte Fehlerquote anstieg, geriet die HaSpo-Führung noch einmal stark ins Wanken.

Gerettet wurde sie hauptsächlich durch tollen Einsatz in der Defensive. Dabei ragte Torwart Braun noch heraus. Die wertvollste seiner Paraden gelang ihm bei einem Siebenmeter, der beim Stand von 23:22 den Ausgleich verhinderte (53.). So konnte mit mutigen Aktionen gegen die immer offensiver werdende HT-Deckung doch eine vorzeitige Entscheidung gelingen, als Tim Lorenz 45 Sekunden vor dem Ende eine starke Einzelleistung mit dem 26:23 abschloss. Das 25. Gegentor fiel erst in letzter Sekunde und konnte den Sieg nicht mehr gefährden.

„Viele waren heute gut, aber Tizian Braun verdient ein Sonderlob“, sagte Bracher, der aber auch „die fantastischen Zuschauer“ nicht vergaß: „Wir dürfen dankbar sein, bei so einer tollen Atmosphäre zu spielen. Das macht richtig Spaß!“ Von der nun zweiwöchigen Pause aufgrund des spielfreien Faschingswochenendes verspricht sich der HaSpo-Trainer neben Regeneration vor allem „die Chance, mal wieder mit mehr Leuten zu trainieren“. Das große Aufgebot auf der Bank täuschte nämlich darüber hinweg, dass nur zehn Feldspieler zum Einsatz kamen. Dabei ist neben Böker auch schon Nico Brückner mitgezählt, der nach langer Pause wegen Rückenbeschwerden wieder dabei war, aber nur als Siebenmeterwerfer eingewechselt wurde. „In dieser Woche habe ich wieder mit Passen und Werfen begonnen“, berichtet der zu Saisonbeginn herausragende Rückraumschütze. „Die Schmerzen sind weg, aber jetzt steht noch mal ein Arzttermin an, und dann will ich mich allmählich heran arbeiten.“

HaSpo Bayreuth: Braun, Hennig – Lorenz (4), Fröhlich (2), Böker, Ruoff (1), Brückner (2/2), Berthold (4), Müller, Rodenkirchen, Meyer-Siebert, Wopperer (3), Fischer, Goeritz (3), Schmidt (7).

Spendenaktion für das Frauenhaus

Zu einem großen Erfolg am Rande des Spiels wurde eine Spendenaktion unter dem Motto „saustark gegen Gewalt“ zugunsten des Bayreuther Frauenhauses. Bei einer Tombola wurden alle 200 Lose zu je fünf Euro verkauft, sodass zusammen mit einigen Spenden mehr als 1000 Euro eingingen. Viel Anklang fand nicht zuletzt die originelle Idee der Trostpreise: Wer keinen Sachpreis bekam, konnte sich einen Spieler oder eine Spielerin für ein gemeinsames Erinnerungsfoto aussuchen – nicht einfach per Handy, sondern in der professionellen Qualität des Fotografen Torsten Böhner.