Der Tabellenzweite hat den Fünften zu Gast, wenn HaSpo Bayreuth in der Handball-Regionalliga Bayern der Männer am Samstag um 19.30 Uhr im Schulzentrum Ost auf HT München trifft. Trotzdem verdient dieses Duell das Prädikat „Spitzenspiel“, denn im dicht gedrängten oberen Tabellendrittel sind die beiden Rivalen nur durch zwei Minuspunkte getrennt. Wenn die Münchner eine reelle Chance bewahren möchten, ihr einjähriges Drittliga-Gastspiel aus der Saison 2023/24 zu wiederholen, müssen sie diese Partie gewinnen. Aber wenn die Bayreuther ihren Status als Hauptkonkurrent des Titelfavoriten SG Regensburg beibehalten wollen, müssen sie das auch.
Die schlechtere Ausgangsposition hat das Team aus dem Hachinger Tal („HT“) hauptsächlich dem missglückten Neustart nach dem Jahreswechsel zuzuschreiben. Die Niederlage zum Abschluss der Vorrunde in Regensburg hatte man vielleicht einplanen müssen, aber sie fiel mit 29:38 doch ziemlich deutlich aus, ehe dann mit 30:35 beim TSV Lohr ein wirklich herber Rückschlag folgte. HT-Trainer Johannes Borschel sprach danach trotz etwas geschwächter Besetzung von einem „sehr enttäuschenden Auftritt“. Er forderte eine entsprechende Reaktion seiner Mannschaft, und die gab es dann zuletzt auch tatsächlich in Form einer eindrucksvollen Torejagd gegen den Tabellenvorletzten TSV Haunstetten mit 44:17.
Wie eng die Rivalen auf den Plätzen zwei und fünf beieinander liegen, wurde schon beim Hinspiel offensichtlich. Damals gingen beide mit 10:0 Punkten ins Rennen, das HaSpo nach wechselhaftem Verlauf durch den fünften Treffer von Timo Böker 30 Sekunden vor dem Ende mit 30:29 für sich entschied. Dabei wurde auch schon deutlich, wovon die Chancen der Bayreuther gegen den ursprünglich ein wenig höher eingeschätzten Konkurrenten abhängen. Lange führten sie scheinbar stabil von 8:4 bis zum 19:15 (34.), aber dann folgte eine Serie von sechs Gegentoren zum 19:21 (41.) und schließlich sogar ein 21:25-Rückstand (46.). „Lange lief es in unserem Angriff sehr gut, doch dann bekamen wir große Probleme mit einer sehr offensiven Abwehr“, erklärt HaSpo-Trainer Mathias Bracher den plötzlichen Einbruch. „Am Ende haben wir aber noch rechtzeitig Lösungen dagegen gefunden.“
Ballsicherheit und gute Chancenverwertung zählt er daher auch diesmal zu den entscheidenden Aufgaben, weil er die Münchner als „wohl schnellste Mannschaft der Liga“ einstuft: „Sie leben von Ballgewinnen, denn ihr Gegenstoß ist sehr gefährlich. Die Außen gehen früh weg, und sie haben eine gute Struktur in der zweiten Welle.“ So überrascht es nicht, dass mit Fynn-Bjarne Junior ein Rechtsaußen mit einem Schnitt von 5,92 Treffern pro Spiel die interne Torschützenliste klar anführt. Mit seinen 77 Toren (davon zehn Siebenmeter) liegt er unter den erfolgreichsten Werfern der Liga auf dem vierten Platz. Auch aus dem Rückraum fiel gerade in letzter Zeit ein großer Teil der HT-Tore auf der rechten Seite durch Benedikt Hagitte oder Bastian Kropp.
Schnelligkeit nennt Bracher ebenso im Positionsangriff als größte Stärke der Gäste: „Für unsere Abwehr wird es entscheidend sein, die Zweikämpfe im Eins-gegen-eins zu gewinnen und die Kreuzbewegungen zu stoppen. Und sicher brauchen wir auch wieder den Rückhalt von starken Torwartleistungen. Insgesamt wird das schon eine knackige Aufgabe.“ Fast schon beiläufig ergänzt der Coach, dass ihm dafür einmal mehr nicht der komplette Kader zur Verfügung stehen wird. Neben dem langzeitverletzten Nico Brückner wird auch Kapitän Fabio Nicola erneut fehlen, während ein Einsatz der angeschlagenen Benedict Fröhlich und Hannes Fröhlich sowie des erkrankten Timo Böker fraglich erscheint. „Es wird sein wie immer“, sagt Bracher. „Wir bewegen uns am Limit und geben unser Bestes.“