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24.01.2026 | Vorbericht: Männer I

Klarer Sieg im Hinspiel könnte trügerisch sein

Klarer Sieg im Hinspiel könnte trügerisch sein

In der Serie von drei aufeinanderfolgenden Auswärtsspielen für HaSpo Bayreuth in der Handball-Regionalliga Bayern der Männer ist das zweite ganz offensichtlich das schwerste: Nach dem 26:19-Sieg beim Tabellenvorletzten TSV Haunstetten und dem Auftritt beim Schlusslicht TSV Ismaning ist der Spitzenreiter am Sonntag um 16 Uhr beim TSV Rothenburg zu Gast, der mit 11:15 Punkten auf dem achten Platz liegt.

Anhand des Tabellenbilds lässt sich eine Favoritenrolle der Bayreuther auch in diesem Fall kaum leugnen, zumal sie das Hinspiel sehr deutlich mit 31:20 gewonnen haben. Aber genau dieses Ergebnis könnte trügerisch sein. Schließlich wurde die Hälfte der Tore damals von einer Rückraumreihe erzielt, die seither mehr oder weniger langfristig ausgefallen ist und auch diesmal noch nicht wieder voll zur Verfügung steht: Nico Brückner (9/5), Stefan Wopperer (6) und Yannick Meyer-Siebert (1). Zudem resultierte die Höhe des Ergebnisses zu einem großen Teil aus einem rauschhaften 10:0-Lauf vom 11:8 (25.) zum 21:8 (37.), der sich kaum beliebig wiederholen lässt.

Auf der anderen Seite ist auch die Heimstärke des TSV Rothenburg nicht zu unterschätzen. In eigener Halle verbuchte er bislang 8:4 Punkte, wobei er sich außer beim unglücklichen 34:36 gegen den TSV Allach nur dem Titelfavoriten SG Regensburg geschlagen gab (24:32). Auch die aktuelle Form der Gastgeber mahnt zur Vorsicht. Nach dem Jahreswechsel stellten sie zunächst mit 29:18 gegen Haunstetten einen soliden Abstand zur Abstiegszone her, ehe sie beim VfL Günzburg nur ganz knapp eine große Überraschung verpassten. Bei der einzigen Mannschaft, die bisher gegen HaSpo gewonnen hat, unterlagen sie nur mit 22:23, nachdem sie nach einem 5:0-Lauf sogar mit 22:20 geführt hatten (55.).

Dagegen wirkten die HaSpo-Siege beim TSV Haunstetten und zuvor gegen den TSV Lohr (22:16) nicht mehr ganz so leichtfüßig wie vor der Feiertagspause. „Ganz so schlecht war das aber nun auch wieder nicht“, relativiert Trainer Mathias Bracher. „Die Erwartungshaltung ist nach den vielen Erfolgen eben gestiegen – und zwar nicht zuletzt bei uns selbst. Das merkt man auch im Spiel. Dabei sollte man aber nie vergessen, dass praktisch der gesamte als Startformation eingeplante Rückraum lange verletzt war oder noch ist.“ Viel besser werden die Voraussetzungen auch diesmal nicht sein: „Wir müssen jetzt noch zwei Aufgaben überstehen, um dann im nächsten Heimspiel gegen HT München ein richtiges Spitzenspiel zu haben.“

Dabei verhehlt der Coach aber nicht, dass dafür in Rothenburg „mehr kommen muss“: „Dieses Team ist richtig gut besetzt und hat sich zuletzt auch stabilisiert.“ Als die erwartete Verstärkung für das Team des belarussischen Trainers Valentin Akushka hat sich der erfahrene Kreisläufer Daniel Laugner erwiesen, der zu Saisonbeginn von der HSG Lauf/Heroldsberg gekommen ist. Besonders zu beachten sind der bosnische Distanzwerfer Nedim Jasarevic, der mit einem Schnitt von 5,15 Treffern (67/25) die interne Torschützenliste anführt und auch im Hinspiel auffiel (6/1), sowie Spielmacher Nikola Stojanov und dessen ungarischer Landsmann Szrgyan Ilicsin am linken Flügel, die beide in ihrem Heimatland beim Spitzenclub Pick Szeged ausgebildet wurden.

„Aber die Leistungen der Rothenburger sind oft schwankend“, sagt Bracher. Umso wichtiger sei daher eine konstante Vorstellung seiner eigenen Mannschaft: „In Haunstetten waren wir am Anfang und am Ende zu hektisch. Da brauchen wir mehr Ordnung in der zweiten Welle, und genau daran haben wir im Training auch gearbeitet.“ Dabei war mit Hannes Fischer erstmals wieder ein zusätzlicher Rückraumspieler im Kader, der von einem Auslandssemester zurückgekehrt ist. In der Vorbereitung hatte er sich mit starken Leistungen hervorgetan, aber zu große Erwartungen will der HaSpo-Trainer nicht gleich auf ihn setzen: „Der hat ja seit September keinen Ball mehr in der Hand gehabt.“