HaSpo Bayreuth II hat die Pflichtaufgabe gegen das weiterhin punktlose Schlusslicht HG Hut/Ahorn souverän erfüllt. Beim 40:32-Heimsieg in der Sporthalle Ost überzeugten die Jungs aus der Wagnerstadt vor allem mit ihrer Offensivqualität, offenbarten defensiv jedoch weiterhin Verbesserungsbedarf.
Offener Schlagabtausch zu Beginn
Die Anfangsphase war von hohem Tempo und einem offenen Schlagabtausch geprägt. Bereits nach fünf Minuten stand es 4:3, beide Teams suchten früh den Abschluss. Auch in der Folge blieb das Tempo hoch. HaSpo setzte sich durch starke Aktionen von Paul Seggewiß und Felix Köhler erstmals leicht ab (8:5 nach 8 Min), ohne aber in der Abwehr die nötige Stabilität zu entwickeln.
Hut/Ahorn kam immer wieder zu einfachen Treffern. Vor allem Kruscha, Birkner und Schuhmann nutzten die Lücken in der Bayreuther Defensive konsequent und erzielten zusammen 19 der 32 Gästetore.
Trotz der defensiven Schwächen führte HaSpo zur Halbzeit mit 19:14. Ausschlaggebend war die hohe Offensivqualität: Bereits in den ersten 30 Minuten trugen sich acht verschiedene Spieler in die Torschützenliste ein. Vom Siebenmeterpunkt zeigte sich Köhler gewohnt sicher. Einzig ein Versuch kurz vor der Pause blieb ungenutzt, wurde im direkten Nachfassen jedoch verwandelt.
Kontrolle ohne defensive Konstanz
Auch nach dem Seitenwechsel blieb der Spielverlauf ähnlich. HaSpo behielt zwar die Kontrolle, fand defensiv allerdings weiterhin keinen konstanten Zugriff. Hut/Ahorn kam aus verschiedensten Positionen immer wieder zu einfachen Treffern.
Mit zunehmender Spieldauer setzte sich dann aber die individuelle Klasse der jungen Bayreuther Mannschaft durch. Spätestens ab der 45. Minute beim Stand von 30:21 war die Partie entschieden, der Vorsprung geriet in der Schlussphase nicht mehr ernsthaft in Gefahr.
„Offensiv war das über weite Strecken eine ordentliche Leistung, wir haben viele Lösungen gefunden und 40 Tore erzielt. Die Chancenverwertung war in Ordnung, aber ausbaufähig. Wenn wir die freien Würfe konsequenter nutzen, können wir offensiv eine Macht in der Liga sein. Defensiv müssen wir jedoch stabiler werden – 32 Gegentore gegen den Tabellenletzten sind zu viel“, ordnete Trainer Jöran Kischel die Partie ein.
Trainerfazit mit Blick auf Entwicklung
„In solchen Spielen nutze ich bewusst die Möglichkeit, Dinge auszuprobieren. Neben taktischen Spielereien, spielt dabei auch die langfristige Entwicklung eine Rolle. Das Team ist insgesamt noch sehr jung. Gerade die A-Jugendlichen möchte ich trotz ihres jungen Alters von 17/18 Jahren frühzeitig an den Herrenbereich heranführen. Da sie aktuell nur einmal pro Woche am Training teilnehmen, sind kleinere Abstimmungsschwierigkeiten nicht ungewöhnlich. Solche Spiele bieten einen passenden Rahmen, um Nervosität abzubauen und Erfahrungen auf diesem Niveau zu sammeln. Ich freue mich mit diesen jungen Talenten zu arbeiten. Sie machen ihre Sache von Spiel zu Spiel besser und entwickeln sich kontinuierlich weiter“, ergänzte Kischel.
Verdienter Sieg mit Luft nach oben
Am Ende stand ein klarer 40:32-Erfolg, der auch die aktuelle Tabellensituation der BZOL widerspiegelt: HaSpo Bayreuth II festigt mit nun 16:6 Punkten Rang drei, während die abstiegsbedrohte HG Hut/Ahorn weiterhin ohne Zähler bleibt.
Kommenden Sonntag geht es auswärts gegen den TV Gefrees (Rang 6). Dort gilt es vor allem, defensiv stabiler zu agieren, um den nächsten Sieg im Jahr 2026 einzufahren.
HaSpo spielte im Tor mit Fabi Tannreuther und Yves Oswald; im Feld mit Schmidt (3), Herrmannsdörfer (3), Kettel (1), Weiß, Seggewiß (7), Pfaadt, Köhler (9/4), Winterhalder (3), Rodenkirchen (8), Höpfl (1), Jagar-Wölker (1), Westphal (1/1), Schmälzle und Fischer (3).