HaSpo Bayreuth hat die Pflichtaufgabe zum Abschluss der Vorrunde in der Handball-Regionalliga Bayern der Männer sicher gelöst. Auch wenn die Leistung in Augsburg beim Tabellenvorletzten TSV Haunstetten nicht durchgehend glanzvoll wirkte, war der Sieg mit 26:19 (14:7) doch nie ernsthaft gefährdet.
Die Bayreuther liegen damit auch nach der Hälfte ihrer Saisonspiele noch immer an der Spitze der Tabelle. „Wir stehen bei 23:3 Punkten, obwohl wir wahnsinniges Verletzungspech hatten“, ordnet Co-Trainer Steffen Berghammer die Zwischenbilanz ein. „Die Kombination dieser beiden Tatsachen hätte ich vor der Saison nicht für möglich gehalten.“ Die Bezeichnung als „Halbzeitmeister“ steht allerdings unter Vorbehalt, weil die ebenfalls erst mit drei Minuspunkten belastete SG Regensburg mit einem Nachholspiel gegen die abstiegsbedrohte DJK Waldbüttelbrunn im Rückstand ist und die klar bessere Tordifferenz aufweist. Die Oberpfälzer wurden ihrem Ruf als Titelfavorit Nummer eins nun auch im Spitzenspiel gegen den zuvor punktgleichen Konkurrenten HT München mit einem klaren 38:29-Sieg gerecht.
Ganz so konstant war die HaSpo-Leistung beim TSV Haunstetten nicht. Zwar wurde die Fehlerquote im Vergleich zum vorherigen 22:16 gegen den TSV Lohr deutlich reduziert, und es gab sogar ausgesprochen dominante Phasen, in denen die Bayreuther vom 6:6 (18.) bis auf 18:7 (35.) davonzogen, aber auch spielerische Durststrecken blieben nicht aus. So hatte am Ende der TSV Haunstetten weniger Gegentore kassiert als bei jeder seiner zwölf vorangegangenen Niederlagen.
Dass der HaSpo-Sieg souverän wirkte, war hauptsächlich der Defensive zu verdanken. Die Abwehr bekam zusätzliche Stabilität durch die Rückkehr des zuletzt krankheitsbedingt fehlenden Maximilian Berthold und hatte in den Torhütern Robin Hennig und Tizian Braun den gewohnt starken Rückhalt. Größere Schwierigkeiten bereitete nur Linkshänder Felix Pfänder (6/2), der auch die gesamte interne Torjägerliste der Gastgeber deutlich anführt. So ergaben sich viele Bayreuther Ballgewinne, doch die Umsetzung in Gegenstöße gelang nicht immer richtig strukturiert. Für manche Ungenauigkeit, die auch schon gegen Lohr zu sehen war, könnte die dünne Personaldecke in der Feiertagspause mitverantwortlich sein, die seit dem Jahreswechsel erst fünf gemeinsame Trainingseinheiten zugelassen hat.
Zusätzlich litt der HaSpo-Angriff auch wieder unter aktuellen Ausfällen. Der erkrankte Stefan Wopperer gehörte gar nicht zum Aufgebot, der gesundheitlich angeschlagene Tim Lorenz hatte nicht trainieren können, und der lange verletzte Yannik Meyer-Siebert ist noch nicht voll belastbar, sodass es in der jungen Rückraum-Besetzung wenig Wechselmöglichkeiten gab. Umso wertvoller waren Routine und Übersicht von Johannes Ruoff, der sich mit acht Assists auszeichnete.
Es spricht aber für die selbstkritische Einstellung der Bayreuther, dass sie anscheinend nicht nach solchen Rechtfertigungen suchen. „Auch wenn wir so ein Spiel immer noch sicher mit sieben Toren gewinnen, wirkt am Ende keiner von den Jungs so richtig zufrieden“, sagt Berghammer. „Weil sie wissen, dass sie es besser können.“
HaSpo Bayreuth: Hennig, Braun – Lorenz (3), Nicola (4), Fröhlich (5), Böker (2/2), Ruoff (5/3), Berthold (1), Müller, Rodenkirchen, Meyer-Siebert, Goeritz (5), Schmidt (1)