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24.11.2025 | Spielbericht: Männer I

Tempospiel sichert Arbeitssieg

Tempospiel sichert Arbeitssieg

Die Frage, ob die erste Saisonniederlage von HaSpo Bayreuth in der Handball-Regionalliga Bayern der Männer nur ein Ausrutscher war oder eine Trendwende angekündigt hat, wurde noch nicht ganz eindeutig beantwortet. Das erste Spiel nach dem 26:29 in Günzburg hat der Tabellenführer zwar letztlich recht klar gewonnen, aber im Vergleich zu den mitreißenden Torejagden der ersten Wochen gehörte das 32:26 (14:14) gegen die DJK Waldbüttelbrunn eher in die Kategorie „Arbeitssieg“.

Der Endstand täuscht schließlich darüber hinweg, dass die Bayreuther erst fünf Minuten vor dem Ende mit dem 29:25 erstmals einen Vorsprung von mehr als drei Toren vorweisen konnten. Das lag vor allem daran, dass die Gäste aus ihren begrenzten Möglichkeiten mit nur sieben regelmäßig eingesetzten Spielern und ohne Linkshänder im Rückraum das Beste machten. Mit viel Engagement in ihrer unerwartet offensiv ausgerichteten Abwehr verunsicherten sie oft den Bayreuther Spielfluss, und beim Abschluss zeichnete sich ihr Torhüter Max Feuerbacher aus.

Auf der anderen Seite suchten die Unterfranken mit geduldigen Angriffen die Gelegenheit zum Durchbruch. Dabei kam ihnen die oft allzu weit vorgerückte HaSpo-Deckung entgegen, die in ihrem Rücken große Lücken anbot. Zudem litt unter den langen DJK-Angriffen zuweilen die Aufmerksamkeit der Verteidiger. Besonders deutlich wurde das bei den Toren zum 5:4 (14.) und 13:14 (29.), die der am Kreis eingesetzte frühere Bundesliga-Rückraumspieler Linus Geis jeweils mit direktem Freiwurf aus dem Stand erzielte. Zudem war der überragende Linus Dürr nicht zu stoppen, der sieben der ersten zehn Tore für Waldbüttelbrunn erzielte (am Ende 11/3).

Dass HaSpo trotz aller Schwierigkeiten vom 4:2 an mit nur zwei Ausnahmen (13:14, 15:16) immer in Führung blieb, war dem Tempospiel zu verdanken. Nicht nur Ballgewinne und Paraden beider gleichmäßig eingesetzten Torhüter wurden konsequent zum Gegenstoß genutzt, sondern oft auch die schnelle Mitte nach Gegentoren. Besonders Johannes Ruoff hatte dabei eindrucksvolle Szenen, und in der zweiten Welle wurde Fabio Nicola am Kreis zunehmend zu einer wichtigen Option. Auch dass Nico Brückner erstmals nach seiner Verletzung wieder vollständig einsatzbereit war, tat der HaSpo-Offensive gut, selbst wenn ihm noch nicht alles gelang.

Deutlicher wurde das Ergebnis aber doch erst, als im Minikader der Gäste die Kräfte nachließen. Dadurch kamen ihre langen Angriffe häufiger an den Rand des passiven Spiels, auch wenn Dürr immer noch einige späte Lösungen fand, und ihre Abwehr musste die Laufarbeit in einer nicht mehr ganz so offensiven Formation reduzieren. „Am Ende haben uns ein paar Körner gefehlt, und das Ergebnis ist dadurch etwas zu hoch ausgefallen“, brachte es DJK-Trainerin Nicole Meulenkamp auf den Punkt. „Aber die begrenzte Mannschaft, die uns zur Verfügung stand, hat alles gegeben.“

So gab es bei den Siegern etwas mehr Anlass zur Kritik als bei den Verlierern: „Unsere Abwehr hat diesmal nicht so gut funktioniert, weil wir zu viele Zweikämpfe verloren haben“, erklärte HaSpo-Trainer Mathias Bracher. „In der zweiten Halbzeit haben wir den Kreisläufer dann nicht mehr so weit nach außen verfolgt und dadurch unser Zentrum etwas dichter bekommen. Wir haben uns aber immer noch zu oft überrumpeln lassen. Ein Beispiel waren die Unterarmwürfe von Linus Dürr, gegen die wir nicht die richtige Position gefunden haben. Alles in allem war das etwas enttäuschend und im Vergleich zu den letzten tollen Abwehrleistungen nicht wiederzuerkennen.“

HaSpo Bayreuth: Braun, Hennig – Lorenz, Nicola (7), Fröhlich (2), Böker (1), Ruoff (6), Brückner (5), Berthold (2), Müller (3/3), Rodenkirchen (2), Wopperer (2), Goeritz (1), Schmidt (1).