Nach starker erster Halbzeit unterliegen HaSpo-Männer gegen HC Erlangen II doch deutlich
Unterm Strich entsprach das Ergebnis im ersten Testspiel von HaSpo Bayreuth zur Vorberetung auf die neue Saison in der Handball-Regionalliga Bayern der Männer den zu erwartenden Kräfteverhältnissen. Der Vizemeister der vergangenen Spielzeit unterlag dem Drittligisten HC Erlangen II mit 28:36 (15:16). Allerdings hatte die Partie unterschiedliche Phase, in denen sich Qualitäten des HaSpo-Teams ebenso abzeichneten wie Mängel.
Obwohl das U23-Team des Bundesligisten auf dem Weg zur bereits Ende August beginnenden Drittliga-Saison schon weiter ist und in absolut drittligatauglicher Besetzung antrat (darunter Spieler aus der A-Jugend, die gerade Deutscher Meister geworden ist), gab HaSpo in der ersten Halbzeit den Ton an. Auf der Basis einer beweglichen Abwehr in der gewohnt offensiven Formation mit dem Rückhalt des hervorragenden Torhüters Tizian Braun hielten die Gastgeber lange einen Vorsprung von zwei bis drei Toren. Auch vier Unterzahlsituationen wurden gut überstanden. In der Offensive konnte man sich auf die Treffsicherheit von Nico Brückner verlassen, der beim 11:8 (20.) bereits sieben Rückraumtore ohne Fehlwurf erzielt hatte.
Allerdings deutete die erste Hälfte auch schon an, dass die Alternativen im erneut verjüngten HaSpo-Kader begrenzt sind. Vor allem entwickelte jede Rückraum-Besetzung ohne Brückner weniger Durchschlagskraft, und in der Abwehr ging mancher Wechsel auf Kosten der Physis. Bezeichnend war die letzte Szene vor der Pause: Ein voreiliger und nicht gut vorbereiteter Rückraumwurf ermöglichte den Erlanger Gegenstoß, der den Gästen in letzter Sekunde ihre erste Führung ermöglichte.
Nach der Pause erhöhten die Gäste schnell auf 22:18 (36.) und hatten dann das Geschehen im Griff. Gegen die nun offensivere Erlanger Abwehr wurde das HaSpo-Spiel auch in der Stammbesetzung fehlerhafter, was zu mehr Gegentoren durch Konter führte. Auch Brückner kam kaum noch zu Geltung. So konnte selbst der ebenfalls gute Torwart Robin Hennig nicht verhindern, dass es nach dem 23:26-Zwischenstand (45.) doch noch deutlich wurde.
HaSpo hielt aber immerhin gut genug mit, um sich bis zum Ende Szenenbeifall der rund 100 Zuschauer zu verdienen. Dafür sorgte das Kempa-Tor von Moritz Schmidt zum 24:30 (51.) ebenso, wie die Erfolgserlebnisse der Debütanten aus dem Nachwuchs. Linksaußen Benjamin Müller hatte bereits zum 12:9 getroffen (21.), und Tim Schmälzle am Kreis, der zudem die verantwortungsvolle Aufgabe in der Abwehrmitte bekam, traf zum 25:31 (52.). Linkshänder Luis Rodenkirchen hatte kurz vor Schluss ebenfalls eine klare Chance zu seinem ersten Treffer im Regionalliga-Team, konnte sie aber nicht nutzen.
\"Im Grunde gab es nichts Überraschendes\", fasste HaSpo-Trainer Mathias Bracher seine Eindrücke zusammen. \"Wir hatten eben wieder mal sieben Abgänge. Wenn wir wechseln, sieht man, dass zum Beispiel die Laufwege noch nicht richtig passen und die Abwehr Probleme bekommt - gerade gegen eine Mannschaft mit so vielen gut ausgebildeten Spielern. Das muss sich noch entwickeln, und man muss abwarten, bis zu welchem Niveau wir das schaffen.\"
HaSpo Bayreuth: Braun, Hennig - Fröhlich (2), Böker (1), Ruoff (2), Brückner (10/2), Schmälzle (1), Berthold (3), Meyer-Siebert, Wopperer (1), Fischer (1), Schmidt (4), Goeritz (2), Lorenz, Rodenkirchen, Müller (1).