• Damen
  • Herren
  • Jugend
  • Shop
  • Ausgeglichene Liga mit starkem Spitzenfeld

    21.12.2019

    Haspo Bayreuth führt die Herren-Bayernliga nach zwölf Spieltagen immer noch ungeschlagen an

    Wie im Vorfeld von vielen Experten vorausgesagt, verläuft die Saison in der Herren-Bayernliga so ausgeglichen wie lange nicht mehr, obgleich größtenteils die erwarteten Mannschaften oben stehen. Die ersten vier Teams trennen nur drei Punkte: Haspo Bayreuth steht zusammen mit der TG Landshut (beide 20:4) vorne, dicht gefolgt vom VfL Günzburg (18:6) und dem HSC Coburg II (17:7). Und auch der Fünfte TV Erlangen-Bruck (15:7) kann im heutigen Nachholspiel beim Achten TSV Lohr (12:10) noch nachziehen.

    Gerade weil nahezu jeder jeden schlagen kann, ist es umso höher zu bewerten, dass Haspo nach zwölf Spieltagen zur Winterpause immer noch ungeschlagen ist. Neben acht Siegen stehen auch vier Unentschieden zu Buche, was gleichzeitig Höchstwert in der Liga ist. Grundstein dafür ist zweifelsohne die starke 3:2:1-Abwehr mit einem der besten Torhüter-Gespanne der Liga dahinter. In Zusammenarbeit mit Robin Hennig und Nick Tornow ließ die Bayreuther Defensive lediglich 22,75 Gegentreffer im Schnitt pro Spiel zu. Das ist Liga-Bestwert. Tornow sagt dazu: „Unser System mit der offensiven Deckung funktioniert wirklich gut. Jeder wirft sich da voll in den Dienst der Mannschaft. Das macht es für uns im Tor leichter.“ Das größere Potenzial sieht nicht nur Tornow in der Offensive.

    Über die beiden Unentschieden gegen die beiden Drittligaabsteiger Coburg (26:26) und Erlangen-Bruck (29:29) am dritten und vierten Spieltag sagt Steffen Berghammer, der dienstälteste Spieler bei Haspo: „ Wir waren beide Male die bessere Mannschaft, haben klar geführt und dann gezeigt, dass uns noch ein wenig die nötige Cleverness fehlt. Gleichzeitig haben wir daraus sicher auch lernen können.“ Die beiden Remis in Waldbüttelbrunn (17:17), das bisher torärmste Spiel der kompletten Liga, und in Regensburg (23:23) dürfen als Punktgewinne gesehen werden, da man in beiden Duellen lange zurücklag und erst in der Schlussphase ausglich.

    Abwehr stabiler als in der Vorsaison

    Ins gleiche Horn wie Tornow bläst auch Kapitän Paul Saborowski, der in den ersten beiden Saisonspielen gegen Rimpar II (22:17) und der torreichsten Liga-Partie überhaupt bei Fürstenfeldbruck II (38:28) verletzungsbedingt fehlte: „Unsere Abwehr ist im Vergleich zu letzter Saison noch einmal stabiler geworden. Außerdem ist es sehr erfreulich, dass wir unsere Neuzugänge so gut und schnell integrieren konnten.“

    Einer dieser Neuzugänge ist Spielmacher David Schreibelmayer, der vom SC DHfK Leipzig II zurückkam und gleich zum Vize-Kapitän gewählt wurde. Der mit 73 Toren Toptorschütze der Bayreuther und Zweiter der Bayernliga-Torjägerliste hat sich gleich wieder gut eingefunden: „Ich fühle mich hier sehr wohl, und mir wird von allen Seiten großes Vertrauen entgegengebracht. Der bisherige Saisonverlauf war in dieser Form nicht zwingend zu erwarten. Die Rückrunde hält allerdings noch einige schwere Aufgaben bereit.“

    Einig ist man sich im Haspo-Lager, dass es schwer, ist, eine Prognose für die Rückrunde abzugeben. Tornow erinnert: „Man weiß nie, inwiefern man von Verletzungen getroffen wird. In dieser Saison hatten wir bisher, verhältnismäßig gesehen, Glück. Hoffentlich bleibt das so.“ Angesprochen auf die Frage, was Berghammer sich und seiner Mannschaft zutraut, weist er auf Folgendes hin: „Soweit vorausgucken möchte ich gar nicht. Nach der Pause wird der Fokus auf Günzburg gerichtet und danach sehen wir von Woche zu Woche weiter.“ Das sieht Saborowski genauso: „Wir sind bisher sehr gut damit gefahren, von Spiel zu Spiel zu denken und die Tabelle nicht überzubewerten.“

    Partie gegen Günzburg, richtungsweisend

    Beim Blick auf die Konkurrenz weisen auch alle Spieler darauf hin, dass noch einige andere starke Mannschaften dabei sind, die große Ambitionen und auch mehr finanzielle Mittel zur Verfügung haben als Haspo. Der erste Gegner im neuen Jahr, der VfL Günzburg (12. Januar), aber auch Coburg und Landshut sind die meist genannten bei der Meisterschaftsfrage. Neben dem Führungsquartett macht Saborowski auch noch auf die DJK Waldbüttelbrunn (7.) aufmerksam: „Die hatte am Anfang der Saison Probleme, kommen nun aber immer besser in Fahrt.“ Mit 13:11 Punkten beträgt der Rückstand auf Haspo jedoch bereits sieben Zähler.

    Verein würde die Dritte Liga ermöglichen

    Ebenso wie die Spieler möchte auch Vorstandsvorsitzender Andreas Berghammer keine Prognose abgeben. Er betont aber: „Ich bin begeistert von der attraktiven Spielweise der Mannschaft. Über den Aufstieg können wir uns gerne noch einmal im Februar unterhalten, wenn das Team einige ihrer schweren Aufgaben hinter sich hat. Fest steht allerdings: Sollte die Mannschaft auch am Ende Erster sein, wird der Verein für die nötigen Rahmenbedingungen sorgen.“

    Das Fazit von Trainer Marc Brückner fällt bis dato ebenfalls sehr positiv aus: „Grundsätzlich sind wir zufrieden. Aber man muss auch sagen, dass wir noch nicht annähernd bei 100 Prozent sind und noch besser werden wollen. Ich bin mir jedoch sicher, dass, wenn die Mannschaft mit demselben Engagement in die Rückrunde geht, können wir auch diese positiv gestalten.“ red


    Nordbayerischer Kurier vom Samstag, 21. Dezember 2019, Seite 28


    Videos gibt es auf YouTube bei: https://www.youtube.com/user/rrbth
    Highlights der Heimspiel-Hinrunde: https://youtu.be/n2T5anfoXE4
    Playlist: Herren I, Saison 2019/20