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    Gute Statistiken der Müller-Zwillinge

    15.06.2017

    Nach zwei sechsten Plätzen und einem vierten jetzt ein siebter: Die gerade zu Ende gegangene vierte gemeinsame Bundesligasaison von Michael und Philipp Müller bei der MT Melsungen war nicht die erfolgreichste. Mit ihren persönlichen Leistungen durften die 32-jährigen Zwillinge aus Bayreuth aber auch diesmal durchaus zufrieden sein.
    Statistisch wird das wieder besonders deutlich bei Michael Müller. Der Mannschaftskapitän und unumstrittene Leistungsträger im rechten Rückraum hat 107 Tore erzielt (wie immer ohne Siebenmeter) und 112 mit dem entscheidenden Pass vorbereitet. Damit war er an mehr als jedem vierten der 833 Melsunger Feldtore unmittelbar beteiligt.

    Platz zwei unter den besten Vorbereitern

    Vor dem letzten Spieltag hatte der 78-malige Nationalspieler sogar ebenso wie am Ende der vergangenen Saison mehr Assists gesammelt, als jeder andere Bundesligaspieler. Im abschließenden Gastspiel beim Meister Rhein-Neckar Löwen (28:33) wurde jedoch neben seinen fünf Treffern keine Torvorlage für ihn notiert, so dass er in dieser Statistik noch überholt wurde. Der erst kürzlich in die Nationalmannschaft gerückte Philipp Weber von der HSG Wetzlar glänzte gleichzeitig in Flensburg (31:34) mit zehn Toren und acht Assists, mit denen er ein seltenes Double perfekt machte: Torschützenkönig (224/66) und gleichzeitig bester Vorbereiter (117).

    Viertbester Wurfblocker

    In solchen Dimensionen bewegen sich die Statistiken von Philipp Müller nicht, weil es auf seiner Position im linken Rückraum mehr Alternativen im MT-Team gibt. Nachdem er zunächst nur in der Abwehr zur Startformation gehört hatte, eroberte er aber mit steigender Tendenz genug Einsatzzeit im Angriff, um immerhin an gut 15 Prozent aller Feldtore beteiligt zu sein: 65 Treffer, 61 Assists.

    Die herausragende Statistik des Rechtshänders gehört aber doch zur Defensive: Seine 40 geblockten Würfe (Michael kommt auf 18) werden in der HBL lediglich von drei Spielern übertroffen, die mehr oder weniger als reine Abwehrspezialisten eingesetzt wurden: An der Spitze steht Europameister Finn Lemke (65 Blocks), der nun vom SC Magdeburg zur MT Melsungen wechselt, vor dem Spanier Gideon Guardiola (58) von den Rhein-Neckar Löwen und dem Schweden Tobias Karlsson (49) von der SG Flensburg. Philipp Müller hat somit den größten Anteil daran, dass seine Mannschaft nahezu die meisten Blocks in der Liga vorweisen kann (123). Nur Meister Rhein-Neckar Löwen hat noch drei mehr auf dem Konto.

    Vier Rote Karten und eine blaue

    Mit seiner harten Arbeit auf der wichtigsten Abwehrposition in der Mitte hat sich Philipp Müller allerdings auch den Ruf als eines der Raubeine in der Liga erworben. Mehr als seine 25 Zeitstrafen haben nur sechs Spieler absitzen müssen, und seine vier Roten Karten mit einer blauen (zwei Spiele Sperre) sind sogar der „Spitzenwert“. Bruder Michael steht mit 22 Zeitstrafen kaum nach, sah aber nur einmal „Rot“.

    Zu viele technische Fehler, zu wenig Torwart-Paraden

    In der Teambilanz der MT Melsungen lassen sich ein paar Hinweise darauf finden, warum sich der Vormarsch in die nationale Spitze in der vergangenen Saison nicht gradlinig fortgesetzt hat. Die 947 Tore werden zwar nur von fünf Mannschaften überboten und die Trefferquote von 61,5 Prozent sogar nur von vier, aber 100 technische Fehler markierten den viertschlechtesten Wert der Liga. Zudem ist Platz acht bei den Gegentoren (924) nicht optimal für ein so defensiv ausgerichtetes Team. Die Erfolgsquote der Torhüter (28,94 Prozent) reicht im Ligavergleich nur für Platz zwölf, was zu einem Teil mit Verletzungspech des starken Schweden Johan Sjöstrand zusammenhängt.