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  • Perspektive für den Nachwuchs

    08.07.2015

    Haspo-Damen starten ihr Projekt „Jugend forscht“ / 15-jährige Jugendnationalspielerin kommt aus Coburg
    Ihr ganz eigenes Projekt „Jugend forscht“ starten die Damen von Haspo Bayreuth in diesem Jahr in der 3. Liga. „Als höchstklassiger Vertreter des fränkischen Frauenhandballs haben wir auch die Verpflichtung, dem Nachwuchs eine echte Perspektive aufzuzeigen“, erklärt Bayreuths Trainer Thomas Hankel. Ganz bewusst setzt Haspo bei Neuzugängen im Wesentlichen auf junge Talente aus der Region.

    Und die hat tatsächlich etwas zu bieten: Als Musterbeispiel steht die gerade einmal 15-jährige Jugendnationalspielerin Sara Mustafic (Coburger TS), die künftig zusätzlich zu ihren Einsätzen in der B-Jugend der Turnerschaft auch per Doppelspielrecht im Drittliga-Kader der Haspo-Damen vertreten sein soll. Die Tochter des einstigen Coburger Publikumslieblings Elvedin Mustafic gilt als eines der derzeit größten bayerischen Talente. Damit die 1,82 Meter große Rückraum- und Kreisspielerin künftig im Haspo-Trikot auflaufen und den nächsten Schritt in ihrer Entwicklung gehen kann, ohne ihr gewohntes Umfeld zu verlassen, war allerdings wichtig, „dass alle Beteiligten an einem Strang im Sinne der Spielerin ziehen: beide Vereine, Trainer, Eltern und natürlich auch Sara selbst“, unterstreicht Hankel. Insbesondere dem Einsatz des Coburger Jugendtrainers Stephan Höll und seines Teams sei es zu verdanken, dass dies so möglich sei. „Nun“, sagt Thomas Hankel, „kann Sara weiter gefördert werden, ohne dass der Spielbetrieb in ihrem Ausbildungsverein darunter leidet.“

    Gerade Letzteres war auch Prämisse bei zwei weiteren Nachwuchskräften, die aus Pegnitz zu Haspo stoßen. Die beiden 17-jährigen Auswahlspielerinnen Kathrin Lindner (Außen) und Hanna Bauer (Tor) sollen wie Mustafic ihr Jugendspielrecht im Stammverein SG Auerbach/Pegnitz behalten und kommen weiterhin in dessen A-Jugend in der Landesliga zum Einsatz. Während Bauer bereits im Vorjahr beim TV Münchberg erste Erfahrungen im Damenbereich in der Landesliga sammeln konnte, hatte Lindner schon regelmäßig im Rahmen eines Förderangebots für die Talente der Region am Training in Bayreuth teilgenommen und sich dabei so gut entwickelt, dass ihr der Sprung in die dritthöchste deutsche Spielklasse durchaus zugetraut wird.

    Das Gleiche gilt auch für Spielmacherin Elena Kerling, die vom Landesliga-Aufsteiger HG Kunstadt zu Haspo stößt. Wie Lindner und Bauer einst Bayernauswahlspielerin, soll die Studentin nach und nach unter Anleitung von Haspo-Kapitänin Sonja Körber in ihre neue Aufgabe hineinwachsen. Hankel ist jedoch überzeugt, dass dieser Prozess nicht allzu lange dauern wird. So vergleicht er den mit „bereits“ 20 Jahren im Vergleich ältesten Neuzugang aus der Region weniger mit dem sprichwörtlichen Rohdiamanten, sondern schon eher mit „einem Juwel, dem noch die richtige Fassung gefehlt hat“. Diese Fassung soll nun der bestehende Bayreuther Kader bieten.

    Mit dieser Hilfestellung erwartet die vier oberfränkischen Neuzugänge in der Vorbereitung auf die 3. Liga nun ein „Bundesliga-Crash-Kurs“, der sie – wie im Vorjahr das gesamte Haspo-Team – möglichst schnell auf das nötige Niveau bringen soll. Dafür stehen im Rahmen von Turnierteilnahmen einige hochklassige Vergleiche mit Bundesliga-Vertretern auf dem Programm. Dass die verjüngten Bayreutherinnen nach dem Umbruch dabei wieder etwas Lehrgeld bezahlen werden, hat man bei den Verantwortlichen einkalkuliert. th

    Nordbayerischer Kurier vom Mittwoch, 8. Juli 2015, Seite 29