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    Rückblick auf den 15. Spieltag der Herren-Bayernliga

    20.01.2015

    Tabellenführer muss nicht glänzen: DJK Waldbüttelbrunn hat beim Derby in Lohr weniger Mühe als erwartet / Einige überraschend hohe Ergebnisse

    Sollte man im Lager des Tabellenzweiten SV 08 Auerbach darauf gehofft haben, dass Spitzenreiter DJK Waldbüttelbrunn im unterfränkischen Derby der Männer-Bayernliga beim TSV Lohr in Schwierigkeiten kommen könnte, so wurde man enttäuscht: Der extrem abstiegsbedrohte Tabellenzwölfte konnte den Titelanwärter mit 18:25 nicht in Gefahr bringen.

    Selbst im Lager der DJK Waldbüttelbrunn (Lutz 13/7, Faustmann 4) hatte man offenbar mehr Widerstand erwartet. „Vor drei Jahren war das hier noch spannend. Das hat richtig Spaß gemacht. Aber jetzt war es fast zu einfach“, sagte Spielmacher Joszef Szentgyörgyi. Diese Aussage beschreibt sehr gut die Entwicklung der beiden Mannschaften. Während sich Waldbüttelbrunn vom Abstiegskandidaten zum Meisterschaftsfavoriten gemausert hat, geht es in Lohr (Zeleny, Bardina, Horn je 3) sportlich stetig bergab. Dabei sah es vor 600 Zuschauern in der sehr gut besuchten Lohrer Spessarttorhalle lange Zeit gar nicht so schlecht aus für die Gastgeber. Bis zum 11:13 (40.) hielten sie gegen keineswegs überragende Waldbüttelbrunner (ohne den erkrankten Leistungsträger Manuel Feitz) mehr als ordentlich mit, und ein Favoritensturz schien zumindest nicht vollkommen abwegig. Danach vernagelte jedoch DJK-Schlussmann Matyas Varga sein Tor und der kaum zu haltende Rechtsaußen Lukas Lutz schraubte das Ergebnis vorentscheidend in die Höhe. Mit vielen technischen Fehlern luden die Lohrer den Gegner förmlich zum Torewerfen ein. Nun muss der Tabellenzwölfte seine volle Konzentration auf die folgenden beiden Spielen beim HC Sulzbach und zu Hause gegen den SV Anzing legen. Nur mit zwei Siegen bleibt der Klassenerhalt noch in realistischer Nähe.

    Ausgesprochene Überraschungen hatte der 15. Spieltag nicht zu bieten. Allerdings war die Höhe mancher Ergebnisse doch zumindest etwas unerwartet. Sicher hatte beispielsweise der HC Erlangen II (4.) gegen den abstiegsbedrohten SV Anzing (11.) größeren Widerstand erwartet, als es beim überdeutlichen 34:19 (17:12) der Fall war. Vor allem im zweiten Durchgang schien sich der Neuling (Ball (8/3, M. Limbrunner 4) in sein Schicksal zu ergeben, wobei er aber auch immer wieder an den starken Schlussmännern der Bundesligareserve (Wunder 7, Pelka 6/3) scheiterte. So merkte auch Anzings Trainer Müller nach dem Spiel an: „In Erlangen muss man nicht gewinnen. Aber dass wir so untergehen, hätte ich nicht gedacht.“

    Ebenso überraschend war der hohe Sieg der TG Landshut (9.) gegen den zuletzt so stark aufspielenden HC Sulzbach (10.) mit 31:19 (17:11). Das Ergebnis täuscht jedoch über den Spielverlauf der recht niveauarmen Partie hinweg. Zehn Minuten vor Schluss stand es nämlich noch 22:19, ehe die Sulzbacher (B. Kreyßig 4/1, Laugner, Forster, Smolik je 3) keinen einzigen Treffer mehr erzielten. Dabei mussten die Landshuter (Abeltshauser 9/3, Reitmeier 6) sogar auf einen Einsatz ihres ansonsten so starken Spielertrainers und Kreisläufers Markus Böhner verzichten, der sich wegen Rückenbeschwerden auf das Coaching beschränkte. „Die Mannschaft hat mich heute gar nicht auf dem Platz gebraucht, denn es wurde genau das umgesetzt, was wir vorher besprochen hatten“, lobte Böhner sein Team.

    Das Duell der beiden nächsten Gegner von Haspo Bayreuth und SV 08 Auerbach endete zwischen HSC Coburg II und TSV Haunstetten ebenfalls überraschend eindeutig. Die Zweitligareserve fertigte den zuvor punktgleichen Tabellennachbarn mit 39:30 ab. Damit wird das Oberfrankenderby in Bayreuth nun zu einem Spitzenspiel, während der TSV Haunstetten in der gezeigten Form kaum eine Herausforderung für den SV 08 Auerbach darstellen sollte.

    berg
    Nordbayerischer Kurier vom Dienstag, 20. Januar 2015