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    Kein Handball: Comeback der Saison

    19.01.2015

    Rund 750 Gäste, eine entspannte Party, eine gerührte starke Frau: Das war Bayreuths neu belebter „Ball des Sports“.

    Zwölf Jahre waren seit Bayreuths letztem Ball des Sports vergangen, nun ist diese Durststrecke überwunden: Rund 750 Gäste machten Party bis kurz vor vier, es gab Akrobatik unterm Hallendach, einen Hauch von Thomas Müller und eine gerührte Christine Theiss – die große Sause der Sportler war ein Erfolg. Eine sportliche Analyse.

    Ausdauer: Nathalie Prüschenk hatte den Ball des Sports mitorganisiert, als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Sportwissenschaft. Am großen Tag gab sie erst neun Stunden Tanzunterricht – um dann in der Stadthalle weiterzutanzen. „Ich bin richtig aufgewärmt“, sagte sie – und stürmte gleich aufs Parkett.

    Reaktionsgeschwindigkeit: Moderator Christian Höreth fragte Florian Vogel, Bayreuths Sportler des Jahres, ob er sich wie Christine Theiss für ein Magazin hüllenlos ablichten lassen würde. Der Schwimmer: „Dann stünde ich jetzt in Badehose hier.“ Drauf Christine Theiss: „Die brauchste da nicht.“ Insgesamt hatte Florian Vogel die besten Sprüche drauf – erinnert an WM-Held Thomas Müller.

    Ausrüstung: Christine Theiss war der Hingucker des Abends. Auch wegen des bodenlangen, grünen, an den Seiten mit Pailetten bedeckten Kleides („La Nuit“, Vera Mont).

    Durstlöscher: Dass ein sehr kleines Wasser mit 2,50 Euro genauso viel kostet wie ein kleines Bier und mehr als ein Wodka: zu verbessern.

    Körperbeherrschung: Vertikaltuchakrobatin Andrea Engler zeigte im hautengen Anzug, was Eleganz und Körperbeherrschung sind. Viel Beifall für ihren Tanz in der Senkrechten.

    Emotionen: Kickboxerin Christine Theiss, Bayreuths Sportlerin des Jahres 2013, hatte bereits im Kurier-Interview gesagt, warum sie nach ihrem finalen Sieg vor vierzehn Monaten in Bayreuth nie wieder in den Ring stieg. In der Stadthalle setzte sie noch einen drauf: „Ihr Bayreuther habt mir einen Abend geschenkt, den konnte man nicht toppen.“

    Teamgeist: „Die Studenten haben sich toll engagiert“, sagte Organisatorin Nathalie Prüschenk über den von den Sportökonomen organisierten Ball, „auch deswegen war’s für uns ein großer Erfolg.“ Und die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Uni? „Bestens.“

    Disziplin: In der Nacht vorm Spitzenspiel der Eishockey-Oberliga in Freiburg mussten die „Tigers“-Spieler natürlich enthaltsam bleiben. Sagte Trainer Sergej Wasmiller: „Nach dem Spiel gibt’s vielleicht ein Bier, sonst aber nicht.“ Er vertraue seinen Spielern, „die sind intelligent genug, da säuft keiner.“ Für einen Verletzten gab’s eine Ausnahme: Stürmer Dennis Thielsch hätte ein, zwei Getränke nehmen dürfen. Er war auch leibhaftig beim Ball („weil mir zu Hause die Decke auf den Kopf fällt“), konnte sich aber über die Lizenz zum Löten nicht freuen: „Als Sportler bist du gern beim Match dabei, es ist schlimm, nur zuzuschauen.“

    Offenheit: „Wir wollen zeigen, was Sportler von Fremdenhass halten – nichts“, sagte Haspo-Vorsitzender und Trainer Andreas Berghammer, der zusammen mit seiner Haspo-A-Jugend den Titel „Mannschaft des Jahres“ feierte. Sprach’s und erneuerte unter großem Beifall die Einladung zur Demo am Freitag: Auf dem Stadtparkett soll’s ab 17 Uhr gegen Pegida gehen.

    Von Michael Weiser
    Nordbayerischer Kurier vom Montag, 19. Januar 2015