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  • Sportler gegen Pegida: Aufruf zu Demo am Freitag gegen Fremdenfeindlichkeit

    17.01.2015

    Sie haben die Nase voll von Ausgrenzung, die sich in Demonstrationen in anderen Städten Bahn bricht. Sie wollen ein Zeichen setzen. Deshalb haben die Sportfunktionäre Carsten Plötz vom FSV Bayreuth und Andreas Berghammer, der Vorsitzende der Bayreuther HaSpo, am Freitagvormittag einen Aufruf an die Vereine verschickt – eine Einladung zu einer besonderen, einer sportlichen Demonstration gegen Pegida und gegen Fremdenfeindlichkeit am kommenden Freitag ab 17 Uhr.

    „Sport verbindet“, sagt Andreas Berghammer im Gespräch mit unserer Zeitung. Mehr müsse man eigentlich schon gar nicht sagen. „Bei uns spielen so viele Menschen unterschiedlicher Nationen und Religionen. Es interessiert uns nicht, wo die herkommen oder an was sie glauben. Wichtig ist, dass wir Sport miteinander treiben.“ Das sei die Triebfeder für ihn und seinen Arbeitskollegen und Freund Carsten Plötz gewesen, „etwas zu tun“. Etwas – eine nach Möglichkeit große Demonstration der Bayreuther Sportvereine.

    „Carsten Plötz und ich haben uns zusammengesetzt, überlegt und ich habe auch Christian Möckel eingeschaltet“, sagt Berghammer. Der Sportamtsleiter hat „uns Türen im Rathaus geöffnet, schnell war die Demonstration angemeldet“. 78 Vereine haben Berghammer und Plötz angeschrieben. Wie hoch die Beteiligung sein kann, darüber haben sich die Organisatoren noch keine Gedanken gemacht. „Schwach wäre, wenn wir nur mit 30 Mann am Freitag um 17 Uhr auf dem Stadtparkett stehen würden. Aber“, sagt Berghammer, „das glaube ich nicht. Allein von der HaSpo werden da 30 Mann stehen.“ Die Sportler wollen, sagt Berghammer, „zeigen, dass wir gegen diese Schwachköpfe sind. Und dass wir heiß sind auf alle Kulturen. Weil alle uns helfen, uns weiterzuentwickeln.“ Sport sei eine ausgezeichnete Möglichkeit, Integration zu leben. Und genau das soll am Freitag zwischen 17 und 18 Uhr auf dem Stadtparkett auch gelebt werden, denn: „Alle Vereine werden ihr Sportgerät dabeihaben, werden spielen auf dem Markt. Wir haben Handbälle dabei, die Fußballer ihren Fußball. Wir wollen Passanten ermuntern, mitzuspielen – Gemeinschaft zu zeigen.“ Darüber hinaus, so steht es in dem Aufruf, sollen die Vereine selbst kreativ werden, sich Gedanken machen: „Plakate, Banner, Schilder und Aufrufe für die Menschlichkeit formulieren.“

    Der Sportwissenschaftler Peter Kuhn, Initiator des Forums Bayreuth ohne Gewalt, war der Erste, der auf Berghammers Mail reagiert hat – mit einer Weiterleitung des Aufrufs an seinen Sport-Verteiler. Kuhn sagt auf Anfrage unserer Zeitung: „Ich habe das in einer kurzen Unterrichtspause in meinem Mailfach gesehen und finde das eine großartige Idee.“ Kuhn sagt, er gehe davon aus, dass die Resonanz unter den Sportlern in Bayreuth groß sein wird. „Ich kann mir durchaus vorstellen, dass man eine Anzahl Menschen wie bei der Demonstration am Montag auf den Markt bringen kann.“

    Darauf hofft auch Berghammer: „750 Menschen, das war für Bayreuth nicht schlecht. Ich denke, wenn genügend Menschen kommen, kann das ein nettes Spektakel werden. Ich werde auf jeden Fall den Ball des Sports am Samstagabend als Bühne nutzen, um die Sportler zu motivieren, zu kommen.“

    Von Eric Waha
    Nordbayerischer Kurier vom Samstag, 17. Januar 2015