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  • NK: Mannschaft des Jahres 2014: Doppelsieg für Haspo: Bundesliga-Jugend Mannschaft des Jahres vor Drittliga-Damen und SpVgg-Fußballern

    17.01.2015

    In rund drei Jahrzehnten der Suche nach einer Mannschaft das Jahres im Kurier-Verbreitungsgebiet hat es das noch nicht gegeben: Erstmals belegt ein Verein mit zwei Mannschaften die ersten beiden Plätze: Die männliche A-Jugend von Haspo Bayreuth ist die Mannschaft des Jahres 2014 vor dem Damenteam des Vereins und den Fußballern der SpVgg Oberfranken. Die Ehrung wird heute abend beim Ball des Sports in der Stadthalle vorgenommen.

    Die zuständige Jury folgte mit dieser Reihenfolge auf allen drei ersten Plätzen genau dem Votum der Kurier-Leser, die zuvor per Telefon unter neun Kandidaten wählen konnten. Obwohl die Teilnahme kostenpflichtig war, ging eine stattliche Zahl von 545 Stimmen ein, von denen sich bereits 40 Prozent für die Haspo-Jugend aussprachen. Die Handballdamen folgten mit 19 Prozent vor den Altstädter Fußballern mit elf Prozent.

    In der Expertenrunde mit den Bayreuther Sport-Legenden Melanie Küffner (Kickboxen), Anton Doll (Eishockey) und Georg Kämpf (Basketball) sowie Jozef Potac vom EHC Bayreuth (Eishockey) als Kapitän der letztjährigen Mannschaft des Jahres, Sportamtsleiter Christian Möckel, BLSV-Bezirksehrenpräsident Manfred Kreitmeier und zwei Kurier-Sportredakteuren bekam dann jeder ein Kontingent von 100 Punkten, das beliebig unter allen Kandidaten aufgeteilt werden konnte. Dabei war die Handball-Jugend letztlich die einzige Mannschaft, die von allen acht Jurymitgliedern bedacht wurde. In der Summe beider Abstimmungen war ihr Vorsprung mit 551 Punkten somit recht deutlich vor den Haspo-Damen mit 365 und der SpVgg Oberfranken mit 133. Mit dem vierten Platz wurde die Eishockey-Mannschaft des EV Pegnitz belohnt, die mit der Meisterschaft in der Landesliga Nord und der Qualifikation für das Finale um den Aufstieg in die Bayernliga ebenso bis an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit vorgedrungen war, wie die Triathleten von Team Icehouse auf Platz fünf als sportlich für die 2. Bundesliga qualifizierter Vizemeister der Regionalliga.

    Dabei war die Diskussion in der Jury alles andere als eingleisig. Die Segelflieger der LSG, die an einem Wettkampftag sogar das beste Ergebnis weltweit (!) vorweisen konnten und in der Gesamtwertung der Bundesliga Dritte wurden, waren ebenso im Gespräch wie die Fußballer des TSV Neudrossenfeld, die mit dem Aufstieg in die Bayernliga Nord für einen Ort dieser Größe ein außergewöhnliches Niveau erreicht hatten.


    In einer Gruppe mit neun Profivereinen

    Entscheidendes Argument für den Handball-Nachwuchs war letztlich die Einmaligkeit des Ereignisses. Die Qualifikation einer Bayreuther Jugendmannschaft für die Bundesliga hebt sich nicht nur aus der gesamten Handball-Geschichte ab, sondern wäre auch in anderen Sportarten eine handfeste Sensation. Lediglich die Basketballer, die durch ihre Bundesliga-Zugehörigkeit dazu verpflichtet sind, spielen in der höchsten Liga – und selbst ihnen fällt die Qualifikation oft nicht gerade leicht.

    Haspo als Männer-Bayernligist spielt nun in der Staffel Ost der bundesweit in vier Zwölfergruppen aufgeteilten Jugend-Bundesliga zusammen mit neun Proficlubs – drei Erstligisten und sechs Zweitligisten. Auch wenn sich der Neuling dort bislang als bemerkenswert konkurrenzfähig erwiesen hat und sogar Platz sechs und damit die automatische Qualifikation für die nächste Saison nicht völlig ausgeschlossen erscheint, wäre eine Wiederholung dieser Leistung noch überraschender, als bei allen anderen Teams in der Kandidatenliste.

    Auch aus diesem speziellen Blickwinkel gehörten die Haspo-Damen auf den zweiten Platz. Schließlich hatte noch nie zuvor ein weibliches Bayreuther Handballteam den Aufstieg in die ebenfalls in vier Gruppen aufgeteilte 3. Bundesliga geschafft. Obwohl auch in diesem Fall der Klassenerhalt als sehr ambitioniertes Ziel galt, ist er mit positivem Punktekonto nach dem ersten Rückrundenspiel aber doch viel eher wahrscheinlich als bei der Jugend. Noch mehr gilt das für die Altstädter Fußballer, die sich nach der Meisterschaft in der Bayernliga Nord nun in der Regionalliga Bayern nach etwas mühsamem Start inzwischen sogar in der oberen Tabellenhälfte etabliert haben. Diese beiden Mannschaft haben also gute Chancen, sich mit einem vielleicht noch höher zu bewertenden Erfolg um den Titel als Mannschaft des Jahres 2015 zu empfehlen.

    Von Eberhard Spaeth
    Nordbayerischer Kurier vom Samstag, 17. Januar 2015