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  • HaSpo Bergtour 2012

    03.08.2012

    Bergtour der 1. Herren

    Auf der Alm, da gibt’s weder Sünd’ noch Versuchung, dachte sich der neue Herrentrainer Elmar Ehrich und verbrachte das Wochenende 28./29.07 auf dem malerisch gelegenen Schneibsteinhaus auf 1670m Höhe über dem Königssee bei Berchtesgaden.

    „Einmal ganz auf uns selbst konzentrieren“, war das Motto und so leisteten am Samstagmorgen um 05:30h 12 Spieler Folge und standen mit geschnürtem Ranzen zur Abfahrt bereit. Nach Auflesen der Auswärtigen am Rasthof Feucht und sensationellem Frühstücks-B&B, gestiftet von Benni und Alexandra Funke, stürzten sich die beiden HaSpo-Busse in den Ferienreiseverkehr und den ersten Stau vor Hilpoltstein. Nach dem Stau vor München und dem Stau vor dem Irschenberg wurde es langsam einmal Zeit, Bergführerin Regine zu kontaktieren, die so langsam mit der Ankunft der Bayreuther Amateur-Alpinisten rechnen musste. Nur wenige Staus später (nach dem Irschenberg, Rosenheimer Kreuz, Chiemsee) war die Ausfahrt Berchtesgaden bereits in Reichweite – Bergführerin Regine langsam ungeduldig.

    Nur noch ein kleiner Einkaufs-Stopp, eine Ehrenrunde in Schönau am Königssee und die Bayreuther Kolonne quälte sich den entsetzlich steilen, engen und an den Kanten schroff abfallenden Schleichweg hinauf, den Navigator Steffen „Bergstar“ Berghammer in seinem Kartenmaterial ausgetüftelt hatte. Am Parkplatz angekommen konnte man gerade noch die Wanderkarte von Bergführerin Regine in Empfang nehmen, bevor diese anderen Verpflichtungen nachkommen musste. Die Erste war also auf sich allein, jedoch bestens aufgestellt.

    Die ersten Höhenmeter vergingen wie im Flug und schon bald konnte man vom Jennergipfel auf die Hütte herabblicken – Fußweg 45min. Es mag am schweren Gepäck gelegen haben, das für den nötigen Abtrieb sorgte – 15min später war die Unterkunft erreicht und dank der sprintstarken Seb Müller und Flo Wehner stand auch schon kaltes Radler zur Erfrischung bereit. Nach kurzem Bekanntmachen mit der Umgebung und Kalkulation des zu erwartenden Regenrisikos wurde dann die Begehung des Schneibstein in Angriff genommen.

    Einem felsig-ausgewaschenen Bachbett folgend ging es bergan, unterbrochen von einfachen Kletterpassagen, bis das erste Hochplateau erreicht war. Die Verschnaufpause wurde genutzt, den in Wolken gehüllten Gipfel aufzuklären und die Entfernung des herangrollenden Gewitters einzuschätzen. Nach kurzer Beratung und Erklimmen des nahen Grates zur besseren Übersicht, notierte Chronist Tscheuschner, dass das Gewitter die kleine Wanderschar bereits vollkommen umgab. Ein in Armweite vorbeizuckender Blitz gab das Startsignal und wie ein Haufen aufgescheuchter Hennen begann der Sprint zurück ins Tal – verlangsamt nur durch prasselnden Regen und murmeldicke Hagelkörner, die den Fels extrem glitschig werden und das Bachbett langsam füllen ließen.

    Todesangst war durchaus angebracht, doch jeder einzelne HaSpo trotzte den Naturgewalten, die sich durchaus gut aufgelegt zeigten, Kugelblitzeinschlag in ca. 50m Entfernung (laut!) inklusive. Eine warme Dusche später sah die Welt aber schon wieder viel freundlicher – und trockener – aus und das Bettenlager wurde bezogen und mittels Powernap eingeweiht. Danach stand der offizielle Teil auf dem Programm und die Gaststube wurde bevölkert. Mannschaftsrat und Kapitän waren schnell bestimmt, Saisonerwartungen abgeklopft und schon rief Hüttenwirtin Petra zum Essenfassen. Schinkennudeln oder Gulasch mit Knödel, auf Anfrage gern auch alles zusammen oder als Nachschlag, hungrig musste keiner den Tisch verlassen und selbst für die Schweine blieb noch etwas übrig. Als dann auch noch der Nachschub an isotonischen Getränken organisiert und gesichert war, war selbst die grummeligste Bergzicke versöhnt und der gesellschaftliche Teil konnte beginnen.

    Um die vier Jüngsten zu schützen, sprach Coach Ehrich eine Gastraumsperre für die kommende Stunde aus und Seb, Flo, Tim und Benni nutzten die Gelegenheit, sich ihrer großen Leidenschaft – dem Ausdruckstanz – hinzugeben. „Alt“ dagegen begann mit mehreren komplizierten Teambuildingmaßnahmen, deren Ablauf und vor allem kompliziertes Regelwerk hier sicher den Rahmen sprengen würden.

    Irgendwann wurde es „Jung“ langweilig im Bettenlager – so ein einstudierter Tanz ist für die Bühne gemacht – und kurzerhand verlegte der komplette Gastraum, inklusive 8 johlender Mittvierzigerinnen auf Erholungsurlaub von dem daheimgebliebenen Männern, seinen Aufenthalt auf die Terrasse, um „Jung“ bei ihrer Performance zu unterstützen. Die Sportstudenten im Publikum notierten wohlwollend eine gelungene Ausnutzung des Raumes, die Verwendung mehrerer Geräte, nahezu spiegelbildliche Synchronität und vor allem absolute Körperbeherrschung bei starkem Ausdruck, der gute Kräuterwurz war den vier Debütanten sicher. Der Abend nahm seinen Verlauf und trotz exzellenter Einweisung durch den Chef persönlich, wollte es keinem der Bayreuther Modellathleten gelingen, den großen Tisch zu umklettern, ohne den Boden zu berühren.

    Zurück im Bettenlager war trotz des langen Tages noch Energie vorhanden – die harte Vorbereitung trägt bereits ihre Früchte – und so wurden mehrere K1-Fights ausgetragen unter anderem einige sehenswerte Tag-Team-Matches und Duelle mit wilden, artgeschützten Tieren. Irgendwann hat aber auch die schönste Sause ein Ende und man nahm kollektiv den Fuß etwas vom Gas – temperaturmäßig war das Dach ohnehin schon kurz vorm Abfackeln. Nach kurzer Nachtruhe begann der Sonntag.

    Da die Zimmer bereits um 09:00h geräumt sein mussten und erneut Schauer angesagt waren, wurde der Gipfelsturm vertagt. Im Gebirge erkennt der Mensch, wie klein er eigentlich ist und Eitelkeit wird selten belohnt. Das letzte Wort mit dem Göll ist aber noch nicht gesprochen. Beim Abmarsch wurden wieder sämtliche Geschwindigkeitsrekorde gebrochen, Schilder mit Informationen scheinen im Gebirge ohnehin etwas verspielt mit dem Zeitbegriff umzugehen, das herausgelaufene Zeitpolster konnte man aber gut für das Warten auf den ADAC gebrauchen – Licht am Bus brennen lassen.

    Die Rückfahrt dann weitgehend ereignislos – Carly Rae Jepsen wird auch nach dem 103. mal Anhören nicht langweilig, die A8 (mit ihren Freundinnen A99 und A9 gleich mit) ist ein Arschloch, es lohnt sich für die Mannschaftskasse immer, einen Busfahrer mit zum freundlichen Systemgastronomen zu nehmen und gute Taten, wie z.B. Anhalterinnen mitzunehmen belohnen sich quasi von selbst.

    Am frühen Spätabend waren alle 13 Exkursionsteilnehmer wohlbehalten wieder zuhause angekommen und konnten sich mental aufs Auslaufen am Montag vorbereiten.

    Fazit der Reise: „I threw a wish in the well, don’t ask me I’ll never tell, i looked to you as it fell, and now you’re in my way...“